Die Schuljahre 2015/2016 und 2016/2017 werden für die Erarbeitung eines Leitbildes für die Schule genutzt.

Die hierfür jeweils vorgesehenen drei Termine wurden als verbindlich für das gesamte Kollegium deklariert.
Um ein möglichst breites Spektrum an Meinungen und Vorstellungen abzubilden beschäftigen sich alle teilnehmenden Arbeitsgruppen parallel an den gleichen Fragestellungen.

2015/2016 stand die Binnenstruktur der zu behandelnden Thematik im Fokus des Interesses („Innerer Ring“): Was sind die zentralen Begriffe unserer gemeinsamen Arbeit an der Schule?
Welche Werte bestimmen unser (Schüler, Lehrer, Eltern, Mitarbeiter) Tun und Lassen?
Welches sind die unhintergehbaren Prämissen unseres pädagogischen Wirkens im Hinblick auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort?

2016/2017 bestimmt der Wechsel der Blickrichtung die Arbeit.
Aus der Beleuchtung „der Welt in der Schule“ wird die Untersuchung „der Schule in der Welt“.
Eine pädagogische Ethik kann der globalen Betrachtung nicht entsagen.

Auf Grundlage der von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitsziele (http://www.un.org/depts/german/gv-69/band3/ar69315.pdf) überprüfen wir die Bedeutung drängender weltweiter Fragestellungen für die alltägliche Gestaltung schulischen Arbeitens („Äußerer Ring“) und deren Rückwirkung auf die Ausformulierung eines Leitbildes.

 

Im Schuljahr 2014/2015 wurde per Beschluss der für das gesamte Kollegium verbindlichen 25. Schulentwicklungskonferenz (SEK) vom 17. Juli 2014 das Thema „Inklusion“ behandelt.
Die hierfür vorgesehenen vier Termine wurden als verbindlich für das gesamte Kollegium deklariert.
Phasenweise beteiligte sich eine Elterngruppe an der Arbeit und stellte ihre Ergebnisse im Rahmen einer SEK vor.

 

ZWISCHENSTAND

Nach sieben Jahren kontinuierlicher Schulentwicklungsarbeit hat sich ein vom gesamten Kollegium getragener professioneller Rahmen konzeptioneller Arbeit etabliert.

Im stetigen Austausch mit der Steuergruppe wurden die Verfahrensweisen immer wieder überprüft und bei Bedarf justiert, so dass ein sowohl stetes als auch flexibles Arbeiten dauerhaft in den Schulalltag integriert werden konnte, welches auf die organisatorischen Möglichkeiten ebenso Rücksicht nimmt, wie auf die Belastbarkeit und die Wünsche des Kollegiums und Anliegen der Elternschaft.

Pro Schuljahr finden drei Schulentwicklungskonferenzen statt, die jeweils vor den Pfingstferien ihren Abschluss finden, um die besonders arbeitsintensive Schuljahresabschlussphase (Zeugnisse, Schullandheime, Schulfest, Entlassfeier, Sporttag etc.) von zusätzlichen Terminen frei zu halten.

Im Falle der Behandlung von Arbeitspaketen bildet eine Selbstevaluationsrunde zur Überprüfung bereits behandelter Arbeitspakete den Abschluss.

 
ANFÄNGE
 
Ausgehend von der Überlegung das Leitbild der Schule zu erneuern, wagt sich das Kollegium der Eduard-Spranger-Schule auf die lange Expedition durch den unübersichtlichen Dschungel der „Systematischen Qualitätsentwicklung“.

dschungel.jpgEinem pädagogischen Tag Ende April 2007 zu diesem Thema folgte eine Woche später eine Gesamtlehrerkonferenz, in deren Rahmen die Durchführung des Vorhabens bestätigt wurde. Des Weiteren wurde beschlossen, dass Herr Klein vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Prozessbegleiter an der Arbeit teilnehmen soll. Anschließend wurden die Mitglieder der Steuergruppe, die den Prozess organisieren und koordinieren soll, gewählt. Der Vorschlag, die Arbeit mit der Beschreibung und Durchführung von Schulentwicklungsprojekten zu beginnen, fand ebenfalls die Zustimmung des Kollegiums.

Lehnen Sie sich zurück und begleiten Sie uns auf unserer abenteuerlichen Reise durch exotische Dörfer mit so geheimnisvollen Namen wie "Evaluation", "Schulprofil" oder "Kerncurriculum".

Die Vorhut des Expeditionsteams, auch "Steuergruppe" oder "FrauLiebelFrauGaubatzFrauBauersfeldFrauKesenheimerFrauHoneckundHerrKlumpp" genannt, haben die Macheten geschwungen und aus dem leicht ungeordneten Grünzeug der Ideensammlung des Pädagogischen Tages eine knusprige Hecke geschnitzt.
Zunächst etwas rätselhaft vor ihrem Werkstück stehend, kam die Truppe alsobald leger und fröhlich auf die rettende Idee.
"Clustern! Clustern!" quoll es nun herzhaft aus allen Kehlen.
Hat man etwas erst mal so richtig geclustert, kann man es nachher komfortabel in Arbeitspakete packen und anschließend alles - hoppeldihopp - der Gesamtlehrerkonferenz vorlegen und abstimmen lassen.
Das soll am 04. Oktober geschehen.
Fünf dieser Arbeitspakete werden dann an Arbeitsgruppen verteilt und dann geht´s aber sowas von ran! Das klingt hart - aber das ist das Gesetz des Dschungels.

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Seit der Erfindung des "Stuhls" kann man auch im Sitzen clustern!

 

 

 

 

 

 

Der 04. Oktober ist vorüber und die zusammengeclusterten Arbeitspakete der Steuergruppe wurden vom Kollegium ohne Gegenstimmen angenommen.

Damit steht fest: Ab dem 04.10.2007, 15.30 Uhr wird der Urwald aufgeräumt und wer bei 3 nicht auf den Bäumen ist, wird ohne Vorwarnung evaluiert.

Um Zivilisation in die pädagogische Wildnis zu bringen, werden zunächst fünf Außenposten errichtet, in denen mit Arbeitsaufträgen versehene Dorfbewohner zwar nicht essen, schlafen und leben, dafür aber ihr zielorientiertes Wesen treiben.

Im Außenposten I „Schülerarbeitsgemeinschaften“ schuften Frau Ziegler, Frau Martin, Frau Wilms und Frau Schlor. Im Außenposten II „Pausengestaltung“ Herr Weschenfelder, Herr Bihn und Frau Wiljotti, in Nummer III „Beratungsstelle“ Frau Nies, Frau Bauersfeld, Frau Melchersmann und Frau Fleischer, in Nummer IV „Außenklassen“ Frau Hertel, Frau Mohr-Ihrig, Frau Fuchs und Frau Gaubatz und in Nummer V „Kommunikation/UK“ Frau Weindel, Frau Heilig und Frau Kesenheimer.

Am 22. November machen sich die jeweiligen Dorfältesten auf den Weg zum Basislager, um ihre ersten Ergebnisse zu präsentieren, denn mal ehrlich: Was nützt einem der schönste Dschungel, wenn keine ORRRDNUNG darin herrscht?

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Auch bei Süsswaren-Mischungen mit Lakritz empfiehlt es sich auf gewisse grundlegende Regeln der Ordnung zu achten.

Soooo, schließlich muss so ein Dschungel doch nicht dermaßen unordentlich sein.

Die Arbeitsgruppen haben das getan, was Arbeitsgruppen ihrem Namen nach auch tun sollten und gruppenweise gearbeitet. Und da sich die Ergebnisse sehen lassen konnten, hieß die Losung „Augen aufgemacht und Sehhilfen hervorgeholt!“

Nachdem die einzelnen Aufträge unter die Lupe gelegt, mit dem Mikroskop betrachtet, auf die Hebebühne verfrachtet, examiniert, obduziert, malträtiert und irgendwie eben auch angehört waren, entfaltete sich der verbal-flauschige Gebetsteppich der demokratischen Partizipation mit seinem betörenden Gesang des „weristdafürweristdagegenwerenthältsich?“

Die Expeditionsteilnehmer der „Beratungsstelle“ der „Kommunikation“ und der „Außenklassen“ werden sich nun wieder auf ihrem Dorfplatz versammeln, um den Medizinmann vom Stamm der„Unn-watt-nuu“ zu befragen. Von ihm erhoffen sie Aufklärung darüber, wie sie dorthin kommen, wohin sie wollen, sollen, müssen, können und dürfen.

Die Hüter der „Schülerarbeitsgemeinschaften“ kümmern sich um Volkes Stimme und wollen erst mal herausbekommen, wie sich die Eingeborenen ihr neues Vivarium überhaupt vorstellen.

Und die Häuptlinge der „Pausengestaltung“ entwerfen neue Pläne, wie der Dschungel zu benutzen ist, wer die Lianen nach dem Schaukeln wieder aufräumt und von wann bis wann die Affenbrotbäume geschüttelt werden dürfen.

Dadurch bewegen sich die einzelnen Außenposten zwar mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf separaten Dschungelpfaden aber an der großen Wasserstelle trifft man sich ja schließlich regelmäßig wieder.

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Ein seltenes Dokument:
Drei Angehörige vom Stamm der "Unn-watt-nuu"
beim vertraulichen Gespräch.

 

 

 

Das Jahr hat nur so viel Monate wie der Tag Stunden, um Wochen und Nächte mal gar nicht erst ins Spiel zu bringen.
Jedenfalls wird am 23. Juli der Urwald vorübergehend geschlossen, damit sich Mensch und Natur voneinander erholen können.
Das ist auch notwendig und verdient, denn der Arbeit war viel und des Lohnes eher wenig, aber so ist sie eben, die Schulentwicklung: ein hartes Brot, das einem erst mit langer Verzögerung auf der Zunge zergeht und ein dickes Brett, das komfortabler vor dem Kopf zu tragen als zu bohren ist.
Aber mit gnadvollem Fleiß und bodenloser Kreativität haben fünf Gruppen fünf Pakete derart eingetütet und bearbeitet, dass denen Hören, Sehen und erst recht Paket-Sein aber sowas von verging und verleidete und austrieb alsoalleswasrechtist!

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Während Plüschkätzchen und sprechende Mülleimer eigentlich unbegrenzt nahezu konfliktfrei koexistieren können, bedürfen Mensch und Natur hin und wieder wechselseitiger Phasen der Erholung.

 

 

 

Im Laufe der folgenden Wochen sollen nun alle, alle und alle ihr schönstes Evaluationsergebnis aufnotieren, und ziemlich direkt nach Wiedereinlass folgt dann ein halber Tag, wo sich alle, alle und alle alle ihre Geschichten dann auch erzählen und an den Kopf werfen - so etwa wie an einem bunten Abend nur vormittags und mit leichten Waffen.

 

Der halbe Tag ist vorüber und zwar waren das zwei Viertel der drei Drittel vom 16. September.

Nach einem konzentrierten Blick in den evaluatorischen Rückspiegel richtete sich alle versammelte Energie darauf, der zukünftigen Zukunft mit futuristischem Furor eine gülden glänzende Aura zu verleihen.

Gelungen ist das unter anderem dadurch, dass die Ausstattung der Schulentwicklungsarbeit um die Hinzufügung von SEK bereichert wurde.
Diese SEK, die kein Sondereinsatzkommando ist, sondern sich Schulentwicklungskonferenz ausspricht, sollen ausschließlich der Schulentwicklung vorbehaltene Konferenzen sein.

Bei optionaler Teilnahme unter klar festgelegten Einschränkungen soll die Arbeit effizienter und tröstlicher individuellen Bedürfnissen angepasst werden können. HURRA!

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Der klassische Badezimmerspiegel unterscheidet sich vom evaluatorischen Rückspiegel in erster Linie dadurch, dass er für die Schulentwicklungsarbeit eher weniger geeignet ist.

 

 

 

Da die fünf Arbeitspakete überwiegend abgearbeitet sind, wird nun eine Liste ausgehängt, was als nächstes dran kommen soll.
46 Päckchen
stehen zur Auswahl: von A wie SMV bis Z wie Trainingswohnen.

Allerdings sollen diesmal nur eins, zwei, drei zubereitet werden, weil – wir wollen doch auch noch umziehen.

Nachdem der Aushang, seinem Namen Ehre machend, richtig lange aushing, wurde er am 13. Januar wieder abgehängt.
Die Auszählung der hinter den einzelnen Arbeitspaketangeboten angebrachten senkrechten Bleistift- und Kugelschreiberstrichchen - die an sich nicht aufsehenerregend sind, ihre Schreibweise doch aber als bemerkenswert gelten darf (chch!) - erbrachte ein Ergebnis in Form und Farbe eines haarsträubend engen Kopf-an-Kopf-Rennens plus angeschlossenem Herzschlagfinale.

Neun Stimmen hauchten ihre Zuneigung dem Thema "Schulregeln" entgegen.
Neun Stimmen beliebten sich für "Lehr- und Lernmittel" auszusprechen.
Sieben Stimmen bildeten vollendet formschön lippenleserlich die Worte "Transparenz und Informationsfluss".
Da so cirka 26 Kolleginnen und Kollegen durch drei Arbeitspakete geteilt ungefähr 8,6666666 Paketpädagogen ergeben könnten, in eine gewöhnliche EU-Telefonzelle aber höchstens fünf durchschnittsgewichtige finnische PISA-Gewinner passen, gibt es für die bei dieser Rechnung überzähligen oder neben den Tisch gefallenen, dort aber nicht liegen bleiben könnenden Qualitätsmitmacher ein zusätzliches Angebot, welches ein wenig hässlich "Umsetzungsarbeiten zu den "alten Arbeitspaketen"" heißt. Die fünf alten Arbeitspaketler sollen ihre Pakete bis zum 19.02. so weit als möglich abschließen und gleich mit angeben, welche Umsetzungsarbeiten sie zu verschenken haben.

Am 19.02. findet dann auch die weltweit erste SEK der Eduard-Spranger-Schule Bretten statt!

Mittlerweile schreiben wir den Oktober 2009 und unsere Schulentwicklungskonferenzen sind schon Routine geworden. Wir entwickeln Schule wie andere Leute Urlaubsphotos - am laufenden Meter.
Inzwischen mussten wir schon einen Extra-Raum bereit stellen, in dem wir die fertigen Arbeitspakete lagern können.
Fix und fertig ist zum Beispiel das Thema "Außenklassen" und "Kommunikation". Die AG´s dieses Jahres wurden bereits nach den Maßgaben der Gruppe "Arbeitsgemeinschaften" umgesetzt. Und Vergleichbares gilt für die "Pausengestaltung". "Beratungsstelle" benötigt auch nur noch ein paar kleine Details.

 

 

Kategorie: Das sind wir
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