Die Schuljahre 2015/2016, 2016/2017 und 2017/2018 wurden für die Erarbeitung eines Leitbildes für die Schule genutzt.

Die hierfür jeweils vorgesehenen drei Termine wurden als verbindlich für das gesamte Kollegium deklariert.
Um ein möglichst breites Spektrum an Meinungen und Vorstellungen abzubilden beschäftigen sich alle teilnehmenden Arbeitsgruppen parallel an den gleichen Fragestellungen.

2015/2016 stand die Binnenstruktur der zu behandelnden Thematik im Fokus des Interesses („Innerer Ring“): Was sind die zentralen Begriffe unserer gemeinsamen Arbeit an der Schule?
Welche Werte bestimmen unser (Schüler, Lehrer, Eltern, Mitarbeiter) Tun und Lassen?
Welches sind die unhintergehbaren Prämissen unseres pädagogischen Wirkens im Hinblick auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort?

2016/2017 bestimmte der Wechsel der Blickrichtung die Arbeit.
Aus der Beleuchtung „der Welt in der Schule“ wurde die Untersuchung „der Schule in der Welt“.
Eine pädagogische Ethik kann der globalen Betrachtung nicht entsagen.

Auf Grundlage der von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitsziele (http://www.un.org/depts/german/gv-69/band3/ar69315.pdf) überprüften wir die Bedeutung drängender weltweiter Fragestellungen für die alltägliche Gestaltung schulischen Arbeitens („Äußerer Ring“) und deren Rückwirkung auf die Ausformulierung eines Leitbildes.

2017/2018 wurden die Ergebnisse der beiden Vorjahre aufeinander abgestimmt und zusammengeführt.
Ein Entwurf zur prägnanten graphischen Darstellung der Ergebnisse wurde abgestimmt und soll professionell ausgearbeitet werden.
Die ausführliche Dokumentation der das Leitbild bestimmenden Grundsätze findet ihren Niederschlag in den angefügten Basistexten.

Im Folgenden finden Sie den Text zum Leitbild der Eduard-Spranger-Schule, wie er im Portfolio der Schule niedergelegt ist.

 

4.1 Leitbild

Zur Erarbeitung des Leitbildes

Das Leitbild der Eduard-Spranger-Schule ist Ergebnis der Arbeiten im Rahmen der Schulentwicklung im Verlauf der Schuljahre 2015/2016 bis 2017/2018.

Während im Schuljahr 2015/2016 der „Innere Ring“ im Zentrum der Auseinandersetzung stand, lag der Fokus der Arbeit im Schuljahr 2016/2017 auf der Konkretisierung des „Äußeren Rings“.
Im Schuljahr 2017/2018 wurden beide Teilaspekte kombiniert und in einem Leitbild zusammengefasst.

Während sich „Innerer Ring“ und „Äußerer Ring“ gegenseitig bedingen, berühren und beständig durchdringen, ruht in ihrem Zentrum als Fixpunkt und fundamentale Ausgangs- und Zielüberlegung der Begriff der Lebensqualität.
Die Verbindung von „Innerem Ring“ und „Äußerem Ring“ verankern den hochindividualisierten Begriff der Lebensqualität in seinem globalen Zusammenhang. Lebensqualität beschreibt ein erfülltes persönliches Leben in einer solidarischen, gerechten Welt.
Die sich ständig fortentwickelnde individuelle Definition der Lebensqualität setzt den Fluchtpunkt jeglicher pädagogischer Planung und Handlung und fließt als solche sowohl in die Konzipierung und Durchführung des Unterrichts als auch in die Gestaltung des Schullebens und die Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen am pädagogischen Geschehen beteiligten Personen ein.

Der „Innere Ring“ beschreibt die wesentlichen Aspekte der alltäglichen schulischen Arbeit, indem deren Zielsetzungen, Vorgehensweisen, Entscheidungsparameter und Intentionen mit den fundamentalen Werten und Grundsätzen jedweder zwischenmenschlichen Interaktion, also auch und insbesondere jeglichen pädagogischen Handelns kurzgeschlossen werden.

Der „Innere Ring“ ist somit der Leitfaden für das Handeln des Vor-Ort-Tätigen im Hinblick auf sein unmittelbar gegebenes Umfeld unter Berücksichtigung allgemeingültiger Grundsätze.

Mit Beschluss vom 26.04.2018 hat die Schulentwicklungskonferenz folgende Begriffe als den „Inneren Ring“ definierend festgelegt:

  • Individualität
  • Teilhabe
  • Selbstbestimmung
  • Bildung
  • Selbständigkeit
  • Verantwortung

 

Der „Äußere Ring“ wendet den Blick und fügt der Betrachtung der Binnenstruktur die Berücksichtigung des globalen Umfelds hinzu. Die „Welt in der Schule“ erfährt ihre Erweiterung und Einbettung in einen Gesamtrahmen durch die Einbeziehung der Perspektive einer „Schule in der Welt“.

Als Arbeitsgrundlage dieses Prozesses dienten die am 25. September von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten 17 „Ziele für nachhaltige Entwicklung“.
Neun der 17 Ziele wurden von einer Mehrheit des Kollegiums „hinsichtlich ihrer Eignung bei der schulischen Arbeit, im schulischen Leben Berücksichtigung zu finden“ für „sehr geeignet“ oder „geeignet“ erachtet.

  • Gleichberechtigung verwirklichen (NZ 5)
  • Bildung für alle realisieren (NZ 4)
  • Frieden und Rechtsstaatlichkeit fördern (NZ 16)
  • Gesundheit stärken (NZ 3)
  • Ernährung sichern (NZ 2)
  • Ungleichheiten überwinden (NZ 10)
  • Nachhaltig produzieren, handeln und konsumieren (NZ 12)
  • Lebenswerte Städte und Siedlungen schaffen (NZ 11)
  • Schutz der Ökosysteme (NZ 15)

 

Die nachfolgenden Basistexte fassen die vorgestellten Vorlagen der Arbeitsgruppen und anschließend im Plenum abgestimmten Ergebnisse der jeweiligen Schulentwicklungskonferenzen zusammen.

        
Der Innere Ring

Basistexte

1. Individualität

Die Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten einer jeden einzelnen Schüler*in stehen im Mittelpunkt.

Individualität wird nicht nur zugelassen, sondern auch gefördert.

Individualität entwickelt sich, wenn sich die Persönlichkeit entfalten kann.

Die Persönlichkeit kann sich nur umfassend entfalten, wenn sie sowohl Toleranz erfährt als auch Toleranz zeigt.

Der berechtigte Anspruch respektiert zu werden, beinhaltet die unabweisbare Erwartung, andere zu respektieren.

Die Individualität findet ihre selbstverständliche Grenze in den individuellen Persönlichkeitsrechten des Nächsten.

Empathie ermöglicht das Erkennen und erleichtert das Respektieren dieser Grenzen.

Jede/r Einzelne wird in seiner Individualität wertgeschätzt.

Differenzierung als Unterrichtsprinzip ist die pädagogische Grundvoraussetzung wertschätzender Arbeit.

Freie Meinungsäußerung und respektvolle Auseinandersetzung werden gefördert.

Rücksicht und Toleranz gegenüber Schwächeren und Benachteiligten sind Leitlinien der Persönlichkeitsentfaltung.

Individuelle Bedürfnisse und Interessen erfahren Grenzen durch Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens (Schulregeln, Gesetze).


2. Teilhabe

Die Befähigung zur und Ermöglichung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind von zentraler Bedeutung bei der pädagogischen Zusammenarbeit mit den Schüler*innen.

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ein juristisch einklagbares Recht (Bundesteilhabegesetz).

Teilhabe setzt die Fähigkeit voraus, auf individuell angemessene Weise in Interaktion mit einer Gemeinschaft zu treten, sich mit dieser auseinander zu setzen und einen anerkannten, gleichberechtigten Platz darin zu finden.

Die Gemeinschaft der ESS versteht sich als Teil der Oberderdinger Gesellschaft.
Die Teilhabe am lokalen Geschehen, z.B. Freibadbesuch, kulturelle Begegnung und Teilnahme am öffentlichen Leben ist grundlegendes Prinzip

Wir ermöglichen Teilhabe, wo zum Beispiel Eltern nicht mitarbeiten oder nicht mitarbeiten können. Dies beinhaltet auch finanzielle Unterstützung.

Um Teilhabe zu ermöglichen und zur Teilhabe zu befähigen, müssen Kommunikations- und Sozialprozesse erlebbar sein.

Schüler*innen sind nicht nur Teil der Gemeinschaft der ESS oder der die Schule beherbergenden Kommune, sondern ebenfalls Teil übergeordneter gesellschaftlicher Strukturen.
Die Ermöglichung der und Befähigung zur Teilhabe an diesen Gemeinschaften darf nicht vernachlässigt werden (Abstimmungen, Wahlen, etc.).

Freiheitlich-demokratische Gemeinschaften bedingen die Möglichkeit, Demokratie verstehen zu lernen und zu leben.

Jegliche Gemeinschaften bedingen die Möglichkeit, Gelegenheit und individuelle Fähigkeit, Freunde zu finden und Freundschaften zu pflegen.


3.
Selbstbestimmung

Selbstbestimmung bedeutet, autonom, nach eigenem freien Willen über sein Leben entscheiden zu können.
Jegliche Selbstbestimmung erfährt zahlreiche Beschränkungen. Diese können persönlicher, sozialer, personaler, emotionaler, ökonomischer, juristischer, politischer oder sonstiger Art sein.
Schüler*innen müssen nach Maßgabe ihrer individuellen Fähigkeiten in die Lage versetzt werden Bewertungskriterien zu entwickeln, welche es ihnen ermöglichen, akzeptable von inakzeptablen, richtige von falschen Beschränkungen zu unterscheiden.

Schüler*innen sollen begleitet und dabei unterstützt werden die Fähigkeiten zu entwickeln, welche sie zur individuellen Mit- und Selbstbestimmung ihres persönlichen Lebensweges benötigen.

Selbstbestimmung darf nicht als Ich-bezogenes Denken und Handeln missverstanden werden.

Schüler*innen sollen ihr Leben aktiv mitbestimmen dürfen, indem sie beispielsweise in Entscheidungsprozesse eingebunden werden (Unterrichtsthema, Projekt, Schullandheim, etc.).

Schüler*innen sollen ihr Leben aktiv mitbestimmen dürfen, indem sie bei wichtigen Fragen der persönlichen Lebensplanung gehört werden und ihre fundierte Meinung maßgeblichen Einfluss hat.

Schüler*innen sollen darin bestärkt werden, ihren „eigenen Weg“ zu gehen.

Schüler*innen soll die Kompetenz vermittelt werden, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen/wahrzunehmen, sie einzufordern und auszudrücken.


4.
Bildung

Als Bildungseinrichtung vermittelt die Schule, individuell angemessen, möglichst umfassend Wissen, Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche geeignet sind,
den Schüler*innen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten.
Darüber hinaus beinhaltet der Bildungsbegriff eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Werten, Normen und Haltungen, um einer umfassenden Entfaltung ihrer Persönlichkeit Raum zu geben.
Bildung ist dabei immer sowohl kognitive, als auch emotionale, soziale, ästhetische, moralische, das heißt, im besten Sinne persönliche Bildung.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung.

Bildung heißt, individuelles Lernen für jede einzelne Schüler*in.

Die Aneignung lebenspraktischer Fähigkeiten spielt eine zentrale Rolle im unterrichtlichen Alltag.

Bildung ist ein lebenslanger Prozess (Bildung/Fortbildung).

Bildung erfordert Differenzierung im Unterricht, Methodenvielfalt und individuelles Lernen in kleinen Gruppen oder in Einzelförderung.

Die Umsetzung dieser Ansprüche erfordert sonderpädagogisches Fachpersonal.


5.
Selbständigkeit

Selbständigkeit ist die Grundlage für ein autonomes, selbstbestimmtes Leben.
Selbständigkeit stärkt die Fähigkeit und Möglichkeit, sich selbstbewusst und gleichberechtigt in eine Gemeinschaft zu integrieren.

Schüler*innen sollen die Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangen, um das eigene Leben möglichst eigenständig zu gestalten.

Schüler*innen werden in einer `lebendigen Schule´ mit den Möglichkeiten zu hoher Eigenaktivität zur Selbständigkeit innerhalb und außerhalb der Schule geführt.

Den Schüler*innen soll so viel Selbständigkeit wie möglich zugetraut werden, ohne sie zu überfordern.

Selbständigkeit bedeutet Unabhängigkeit.

Selbständigkeit ermöglicht die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und Freiheit.

In allen Lebensbereichen werden die Schüler*innen entsprechend ihrer Fähigkeiten, Möglichkeiten und Vorstellungen auf ihrem Weg zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit gefördert, um sie zur größtmöglichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu befähigen und dieses mitzugestalten.


6. Verantwortung

Verantwortung setzt das Individuum in eine gleichberechtigte, von wechselseitigem Respekt geprägte Beziehung zu den Werten, Normen, Ansichten und Vorstellungen der sozialen Umwelt und fungiert sowohl als Korrektiv hinsichtlich der eigenen Ansprüche
und Erwartungen, wie auch als Maßstab für eine produktive Auseinandersetzung mit überindividuellen Erfordernissen.

Jegliches selbständige Handeln zeitigt Folgen, für die der Handelnde Verantwortung zu übernehmen hat.

Bewusstes, absichtsvolles Nicht-Handeln zeitigt Folgen, für die der Handelnde Verantwortung zu übernehmen hat.

Schüler*innen sollen lernen Mitverantwortung im Leben zu übernehmen, in persönlicher, in sozialer und in globaler Hinsicht.

Verantwortlich zu handeln heißt, auch Konsequenzen zu tragen.

Unverantwortliches Handeln unterminiert die gesellschaftliche Teilhabe.

 

Der Äußere Ring

Basistexte


1. Gleichberechtigung verwirklichen
(Nachhaltigkeitsziel 5)

Chancengleichheit in Bildung und Teilhabe sind unabhängig von der finanziellen Familiensituation gewährleistet.

Unabhängig von der finanziellen Familiensituation dürfen alle Schüler an den ihnen angebotenen Lern-und Freizeitangeboten der Schule (incl. außerschulischer Veranstaltungen, Ausflügen und Schullandheimaufenthalten) teilnehmen.


Gesicherte Ernährung für alle Schüler – unabhängig von der Familiensituation

Alle unsere Schüler sollen an unserer Schule täglich ein Mittagessen einnehmen können.

Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen

Kein Schüler darf aufgrund seines Geschlechts von Fördereinheiten ausgeschlossen werden. Insbesondere auch solchen, die der Gesunderhaltung und der eigenen Lebensbewältigung dienen.

Gleichbehandlung individueller geschlechtlicher Neigungen

Kein Schüler darf wegen einer individuellen geschlechtlichen Neigung Spott oder Ausgrenzung erfahren.

Gleiches Recht auf Unversehrtheit, Pflege und Gesundheit – unabhängig von den familiären Möglichkeiten und Fähigkeiten

Unsere Schüler erhalten die Möglichkeit zur Körperpflege und zum Tragen sauberer Kleidung.

Gleichberechtigter Umgang im Kollegium und respektvoller Umgang mit allen am Schulleben Beteiligten

Wir als Lehrerinnen und Lehrer hinterfragen unsere Werte und Einstellungen regelmäßig in Bezug auf Toleranz und Respekt.

Im Schulleben sollen sowohl die eigenen Interessen und Bedürfnisse von Bedeutung sein, als auch die der anderen gesehen und wichtig genommen werden (z.B. in Bezug auf Religion, Erscheinungsbild, Geschlecht, Herkunft).

Ein fundamentales Ziel ist die Erziehung der Schülerinnen und Schüler zu toleranten Menschen, die sowohl ihre eigenen Rechte als auch die ihrer Mitmenschen
wichtig nehmen / beachten / berücksichtigen und für diese einstehen.


2.
Bildung für alle realisieren (Nachhaltigkeitsziel 4)

Alle unsere Schüler erhalten die richtige Förderung.
Sie lernen individuell, handelnd und in Methodenvielfalt in der Regel am gemeinsamen Gegenstand.
Sie lernen in unterschiedlichen Schritten mit unterschiedlichen Zielen.
Sie erleben die Lebenswirklichkeit.


Inhalte und Aktionen, die eine Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen – Teilnahme an öffentlichen Festen, Umzügen, Sportveranstaltungen, Begegnungen von Jung und Alt, Mobilität

Bildung an unserer Schule orientiert sich am individuellen Entwicklungsstand der Schüler.
Über Anregungen und Inspirationen eröffnen wir dem Schüler `neue Welten´ und bislang unbekanntes Terrain.
Wir führen die Schüler an ihre Grenzen, lassen sie diese testen, erkennen und erweitern.
Wir vermitteln – in gesundem Maße – Wagemut und Experimentierfreude.


An unserer Schule nehmen wir Schüler auf, die im Rahmen unserer Schulausstattung, den möglichen Förderangeboten und dem Fachpersonal (Fachrichtung und Stellenschlüssel) angemessen gefördert werden können.

An unserer Schule sind in der Regel keine Kinder, die an einem anderen SBBZ spezifischer, besser und angemessener gefördert werden können.
Den Folgen eines spezifischen Aufenthaltsstatus, der individuellen Lernbiographie und Fluchtgeschichte von Kindern aus Gemeinschaftsunterkünften („Flüchtlingskindern“), versuchen wir im Einzelfall gerecht zu werden.


Wir fördern unsere Schüler auch unter psychosozialem Aspekt und orientieren uns dabei an dem aktuellen Entwicklungsstand oder der individuell bestehenden Problematik.

Unterricht nach den Grundsätzen Pestalozzis („Mit Kopf, Herz und Hand“)

Unsere Schule ist in der Verantwortung zu erkennen,
            wo Schutzbedürftigkeit noch gegeben ist,
            wo noch das Angebot verlässlicher Strukturen eindeutig im Vordergrund steht

oder aber
               
           Anreize, soziale Herausforderungen, Selbstbestimmung und Freiheit
          der momentanen Weiterentwicklung helfen.


Wir sind nach innen und außen erkennbar eine Schule.

Unsere Schule zeigt, dass wir keine Schule der Hilfsbedürftigen sind, sondern Leben mitgestalten und mitbestimmen – jeder in Verantwortung für sich selbst und die anderen.
Unsere Schule hat eine ansprechende Ausstattung, die immer reflektiert und überdacht wird.
Wir alle gehen möglichst sorgsam und wertschätzend mit Schulmaterial um.
Unsere Schüler haben einen Schulranzen oder eine dem Jugendtrend entsprechende Schultasche. (Individuelle Ausnahmen bestätigen die Regel.)


Alle Schüler haben ein Recht auf Bildung.

Unsere Schüler erfüllen die Pflicht zum Schulbesuch.

Bei Krankheit wird der Schüler über das Sekretariat von den Erziehungsberechtigten krank gemeldet.


3. Frieden und Rechtsstaatlichkeit fördern
(Nachhaltigkeitsziel 16)

Wir lernen und leben Demokratie an der Schule.

Förderung von und Ermutigung zu Meinungsäußerung und Meinungsbildung bei jedem einzelnen Schüler. Hierfür ist auch das Einüben von respektvollen Auseinandersetzungen wichtig.
Größtmögliche Mitbestimmung von Schülern im Klassenverband und in anderen sozialen, schulischen Gremien und Gruppierungen ist anzustreben.
Kennenlernen der Rechtsstaatlichkeit „im Kleinen“ in Form von Klassensprecherwahlen, Schulsprecherwahlen, SMV, Mitsprache in der Schulkonferenz.
Gesetze werden thematisiert und altersgerecht unterrichtlich aufgearbeitet (Jugendschutzgesetz, Arbeitsrecht, etc.).

Schutz des Schwächeren


An unserer Schule haben alle Rechte.
Schwächere bedürfen der sozialen Stärkung und gegebenenfalls des Schutzes.


Die Schüler werden vor Schaden, Missbrauch und Kindeswohlgefährdung bewahrt.

An unserer Schule werden keine erniedrigenden, ausbeutenden, menschenverachtenden und faschistischen Einstellungen und Ausprägungen geduldet.

Weltpolitische Zusammenhänge werden behandelt und begreifbar gemacht.

Regeln im Umgang miteinander und Schulregeln werden eingehalten.

Es wird eine Orientierung an humanistisch-ethischen Werten vermittelt.

 

4. Gesundheit stärken (Nachhaltigkeitsziel 3)

Da sich die Vorstellungen hinsichtlich des Zieles „Gesundheit stärken“ individuell unterscheiden, sind kulturelle, familiäre und persönliche Wertvorstellungen zu berücksichtigen.

Unsere Schule bietet ausreichend Möglichkeiten und Angebote, welche sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler stärken.

Unsere Schüler haben wöchentlich je eine Doppelstunde in den Fächern Sport, Schwimmen (14-tägig) und Sport-AG.

Wir verfügen über einen Bewegungsraum mit Klettermöglichkeiten, Bällchenbad, Schaukel und einer Liegeharfe.
In Oberderdingen steht die „Spielscheune“ zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.

Wir sorgen regelmäßig für Bewegung an der frischen Luft.

Wir sorgen für eine gesundheitsfördernde Positivatmosphäre in den Klassen, im Schulhaus und auf dem Schulgelände (Eigenaktivität, Selbstbestimmung, Mitsprache, Mitbestimmung, Stärkung des Selbstbewusstseins und Wertschätzung in allen Unterrichtsfächern, Bewegung als Teil des Unterrichts, hoher Stellenwert von Musik und Kunst).

Unsere Schüler lernen, sich vor Gefahren zu schützen und werden gegebenenfalls vor Gefahren geschützt (Gefahrenbewusstsein, Lärmpegel als Gesundheitsbeeinträchtigung).

Wir haben Möglichkeiten der Ruhe, Entspannung und Erholung (Basalraum, Mediothek, Sofaecke).

Gesunderhaltende Alltagsrituale wie Hände waschen, Toilettengang, Zähne putzen, Monatshygiene und Verhütung

Unsere Schüler tragen angemessene Kleidung.

Kranke Kinder müssen erstversorgt (durch eine Krankenschwester) und eventuell abgeholt (nach Absprache mit dem Klassenlehrer) werden.

Die Schüler wissen, dass „Gesundheit“ ein komplexes Themenfeld ist und in verschiedensten Schulfächern Berücksichtigung findet.

Sie kennen die Konsequenzen von Gesundheitsmissachtung und inadäquatem Umgang.

Vermeidung von Krankheit; Hygiene; Bewegung; Ernährung; Kleidung; Körper und Sexualität; Wohlbefinden (Balance und Ausgleich von Ruhe und Aktion); Kenntnisse über den eigenen Körper und dessen Besonderheiten

Erkennen und thematisieren von individuellen gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen (PC, smartphone, Schlaf-Wach-Rhythmus, Alkohol, Nikotin, sonstige Drogen)

Die Schüler übernehmen Verantwortung für ihre Gesundheit und die der anderen.

Sie lernen, ein möglichst gesundheitsförderliches Leben zu führen unter Beachtung von physischen, psychischen, mentalen und sozialen Aspekten.

„Störungen“ haben Vorrang (z.B. Konflikte zwischen Schülern werden zeitnah und individuell thematisiert und aufgearbeitet)


5. Ernährung sichern
(Nachhaltigkeitsziel 2)

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht und unabhängig von finanziellen Mitteln.

Die thematische Bedeutung weist über die unmittelbare Schulgemeinde hinaus.

Jeder Schüler hat ein Anrecht auf ein warmes Mittagessen.

Einkaufs- und Essgewohnheiten sind kritisch zu hinterfragen.

Bevorzugt sollen regionale und saisonale Produkte in unserer Schule angeboten und verarbeitet werden (im Hauswirtschaftsunterricht, beim Catering, beim Schulkiosk, beim Mittagessen).

Bei Schulaktionen wie z.B. Nikolausfeier, Valentinstag (SMV) werden FairTrade-Produkte bevorzugt.

In der Schule wird grundsätzlich FairTrade-Kaffee angeboten.

Als Ganztagesschule stehen wir in immerwährender Mitverantwortung hinsichtlich einer gesicherten und ernährungsphysiologisch ausgewogenen Ernährung unserer Schüler.

Sämtliche Ernährungsangebote (fremd- oder selbstzubereitet) sind dahingehend überdacht und reflektiert und bei der Auftragsvergabe an den Mittagessenslieferanten unbedingt zu berücksichtigen.

Obst und Gemüse zu waschen, zu schälen und zu schneiden ist Unterrichtsinhalt, das wöchentliche Angebot eines Obst-/Gemüsetellers für alle wird versuchsweise durchgeführt.

Getränke (Wasser oder Tee) stehen jederzeit ausreichend zur Verfügung und werden über das „Werkgeld“ finanziert.

Durch ein bei Gelegenheit angebotenes „Erlebnisessen“ können die Schüler eine über das Gewohnte hinausgehende Nahrungsvielfalt erfahren.

Unsere Schüler haben beim Essen ein Recht auf Gesellschaft aber auch auf Ruhe und ausreichend Zeit.

An zwei „Aktionstagen“ pro Jahr kochen und essen alle Schüler gemeinsam.

Die Schüler werden für den adäquaten Umgang mit Nahrungsmitteln sensibilisiert.

Die Schüler wissen um die Bedeutsamkeit der Ernährung zur Existenzsicherung.

Die Schüler können Gerichte selbständig und in Gemeinschaft kochen. Sie tasten, schmecken, riechen Lebensmittel und können Vorlieben und Abneigungen zum Ausdruck bringen.

Sie können im Rahmen ihrer Möglichkeiten Nahrungsmittel selbst besorgen und adäquat lagern.
Die Schüler können erworbene Kenntnisse über ausgewogene und gesunde Ernährung praktisch anwenden.

 

6. Ungleichheiten überwinden (Nachhaltigkeitsziel 10)

Wir wollen an unserer Schule eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen sich gegenseitig respektieren, sich kennen lernen und gleichberechtigt lernen können, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, ihres Alters und ihrer sexuellen Orientierung.

Zusammenhalt und gegenseitiges Stützen ist an unserer Schule `Lebensalltag´.


Jeder Schüler und jede Schülerin kann an allen Unterrichts- und von der Schule organisierten Freizeitaktivitäten teilnehmen.

Jeder Schüler und jede Schülerin kann am Mittagessen teilnehmen.


Jeder Schüler und jede Schülerin erhält ein ihm und ihr entsprechendes Lern- und Freizeitangebot.

Jedem Schüler und jeder Schülerin werden notwendige Arbeitsmaterialien bereitgestellt.
Jeder Schüler und jede Schülerin erhält Unterstützung bei der Suche und Durchführung geeigneter Praktika.

Jeder Schüler und jede Schülerin erhält die gleichen Chancen im Hinblick auf die Entfaltung seiner und ihrer individuellen Fähigkeiten zugunsten einer für ihn und sie guten Lebensqualität.

Die mentale Einstellung zu `Ungleichheiten im Leben´ wird im Unterricht thematisiert.
Wir dulden Ungleichheiten auf persönlicher Ebene (z.B. „der hat ein neues Mäppchen – ich nicht“).

Wir üben das soziale Miteinander, was auch heißt, ich lerne, einem Mitschüler gerne auch mal etwas abzugeben.

Wir respektieren „dein“ und „mein“.

Die Schule verfügt über einen Kleiderfundus (Turnschuhe, Badekleidung, Handtücher, …), damit keiner vom Sportunterricht ausgeschlossen werden muss.

Der Förderverein der Schule leistet finanzielle Unterstützung bei Ausflügen, Schullandheim, etc.

Wir machen Eltern bei Bedarf darauf aufmerksam, dass Zuschüsse für Mittagessen, Ausflüge, Schullandheime, etc. beantragt werden können (beim Förderverein, bei staatlichen Stellen, beim Karlsruher Kindertisch, etc.).

Um „hygienische Ungleichheiten“ auszugleichen, bekommen Schülerinnen und Schüler in der Schule die Möglichkeit zur Körperpflege.

Die Schule ermöglicht Kooperationen und Projekte mit Vereinen, Schulen, Betrieben und anderen außerschulischen Partnern.


7. Nachhaltig produzieren, handeln und konsumieren
(Nachhaltigkeitsziel 12)

Nachhaltigkeit im schulischen und privaten Alltag zeichnet sich aus durch ökologisch und sozial bewusstes Ernährungs-, Bewegungs- und Mobilitätsverhalten.
Nachhaltigkeit im Alltag beginnt mit einem Lebensstil, der Ressourcen und Energie spart und umweltfreundlich ist.

Wir wollen an unserer Schule einen konkreten Beitrag dazu leisten, indem wir nachhaltige Aspekte vermitteln und umsetzen.


An unserer Schule werden bevorzugt regionale, saisonale, ökologisch hergestellte und fair gehandelte Produkte angeboten und verarbeitet (siehe auch E. Ernährung sichern).
Es werden bevorzugt Produkte gekauft, die mit Nachhaltigkeitssiegeln zertifiziert sind.

Die Lebensmittelabfälle werden reduziert.
Die Essensbestellzettel werden dahingehend ergänzt, dass angekreuzt werden kann, wenn man übriggebliebenes Mittagessen mitnehmen möchte.

Nachhaltig produzieren, handeln und konsumieren wird im Schulalltag und im Unterricht thematisiert.

Es wird auf eine angemessene Dosierung von Seife, Handtüchern und Putzmittel geachtet.
Die Anschaffung neuer Handtuchspender wird in die Wege geleitet.

Es wird auf einen bewussten Umgang mit Wasser aber auch Laminierfolie, Papier und Bastelmaterial geachtet.
Im Lehrerzimmer wird ein Behälter für „Fehldrucke“ aufgestellt, die für Notizen, Konzepte, Entwürfe, Übungen, Kritzeleien verwendet werden können.

Ein klares Konzept der Mülltrennung wird erarbeitet und umgesetzt. Es wird darauf geachtet, dass dieses Konzept auch bei der Entsorgung seitens der Putzfirma zum Tragen kommt.

Im Werkunterricht wird auch mit Naturmaterialien oder „Abfallmaterial“ gearbeitet.

Es wird auf einen bewussten Einsatz von Energie geachtet.

Statt „Normalpapier“ kann „Recyclingpapier“ eingekauft werden, statt Folien kann Kartonpapier bedruckt werden.

Alle innerschulischen Antragsformulare werden in DIN A5 ausgegeben.

Als einfache Abwesenheitsdokumentation hängt eine Liste an beiden Ausgängen, worauf lediglich die Schülerzahl, die Zeit, das Ziel und das Lehrerkürzel eingetragen werden.

Glasmüll wird in der Flurecke vor der Küche, Kork in der Garage gesammelt.

Eine Woche pro Schuljahr wird auf die Verwendung von Kopierer, Drucker, Computer, Laminiergerät, CD-Player verzichtet („Fred-Feuerstein-Woche“).
Der Termin wird zu Schuljahresbeginn festgelegt.

Die Bestellung beim Essenslieferanten wird dahingehend geändert, dass an einem Tag der Woche nur vegetarisches Essen angeboten wird.

Nachhaltigkeit beinhaltet ganz selbstverständlich auch Nachhaltigkeit im Lernen,
durch Lernen in der und für die Lebenswirklichkeit; vom Basis-Lernen bis zum Finden geeigneter Berufsfelder; durch die Förderung zum größtmöglich eigenständigen Leben; durch individualisierte Lernzielbestimmung; durch vielseitige Trainings- und Lernfelder bietende Ausstattung der Schule; durch Reflektion des Lehrers.


8. Lebenswerte Städte und Siedlungen schaffen
(Nachhaltigkeitsziel 11)

Unsere Schule soll ein lebenswerter Ort sein. 
Unsere Schule zeigt sich besucherfreundlich, hat Interesse an der Orts- und Siedlungsgestaltung und nimmt sowohl aktiv als auch passiv Einfluss auf Verbesserungen in Sachen „Lebensqualität“.


Ein achtsamer Umgang mit Ausstattung und Materialien ist ebenso selbstverständlich, wie deren Instandhaltung und Reparatur.

Sowohl interne Veranstaltungen (Kickerturnier, Sporttag, Projekttage, etc.) als auch öffentliche Angebote (Schulcafé, Gartenfest, Kunstausstellung, etc.) dokumentieren das Qualitätsziel als „lebenswerter Ort“.

Schülerinnen und Schüler nehmen am öffentlichen Verkehr teil (Selbstfahrer, Ausflüge, Lerngänge).

Der Schulgarten wird naturnah belassen.

Die Abfallbeseitigung erfolgt ressourcenschonend (siehe „Müll-ABC“).

Wir zeigen kommunalpolitisches Interesse und wenden uns bei Bedarf mit unseren Wünschen und Ideen über die SMV oder die Schulleitung an den Gemeinderat oder den Bürgermeister.

Die Schule bemüht sich, die Bedürfnisse der „Selbstfahrer“ zu berücksichtigen (Runder Tisch „Verkehr“).

Die ästhetische Gestaltung des Schulhauses wird regelmäßig aktualisiert.

Die SMV beantragt bei der Gemeinde ein „Sonnensegel“ für die große Rutsche des nahegelegenen Spielplatzes.

Die Schule bringt bei der Gemeinde die Idee vor, einen „shuttle-service“ zum Horn einzurichten (evtl. gegen Bezahlung; telephonische Bestellung/Anmeldung). Eine Haltestelle sollte nahe des Seniorenheims liegen.

 

9. Schutz der Ökosysteme (Nachhaltigkeitsziel 15)

An unserer Schule wird Verantwortung für das Ökosystem übernommen.

Alle am Schulleben Beteiligten richten ihr Handeln entsprechend verantwortungsvoll aus.

Die Schüler lernen die vielfältigen Ökosysteme als Lebensräume für Menschen, Pflanzen und Tiere kennen.

Ökologische Zusammenhänge werden im Unterricht thematisiert.

Biologische Vielfalt und ein intaktes Ökosystem werden als Wert erkannt und durch entsprechendes Handeln befördert.

Den Lehrkräften sind die gängigsten Umweltsiegel bekannt (siehe „Müll-ABC“), sie beachten diese beim Einkauf.

Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie die Natur, in der sie leben, verändern und gestalten aber auch gefährden können.

Wo möglich bringen wir im Schulgarten noch weitere Nisthilfen, Insektenhotels und ähnliches an. Wir achten auf bienen- und schmetterlingsfreundliche (einheimische) Blühpflanzen.

Wir beteiligen uns in geeigneter Form und zu geeignetem Datum an der „Gemarkungsputzete“.

Wir beteiligen / informieren uns bei Experten „von außen“, wie NABU, Imker, etc.

Wir verzichten auf umweltschädigende Substanzen im Garten und auf dem gesamten Schulgelände.

Wir achten auf einen angemessenen Umgang mit Streusalz („Erst kratzen und fegen – dann streuen!“).

 

 

 

 

Rückblick und Geschichte

 

Im Schuljahr 2014/2015 wurde per Beschluss der für das gesamte Kollegium verbindlichen 25. Schulentwicklungskonferenz (SEK) vom 17. Juli 2014 das Thema „Inklusion“ behandelt.
Die hierfür vorgesehenen vier Termine wurden als verbindlich für das gesamte Kollegium deklariert.
Phasenweise beteiligte sich eine Elterngruppe an der Arbeit und stellte ihre Ergebnisse im Rahmen einer SEK vor.

 

ZWISCHENSTAND

Nach sieben Jahren kontinuierlicher Schulentwicklungsarbeit hat sich ein vom gesamten Kollegium getragener professioneller Rahmen konzeptioneller Arbeit etabliert.

Im stetigen Austausch mit der Steuergruppe wurden die Verfahrensweisen immer wieder überprüft und bei Bedarf justiert, so dass ein sowohl stetes als auch flexibles Arbeiten dauerhaft in den Schulalltag integriert werden konnte, welches auf die organisatorischen Möglichkeiten ebenso Rücksicht nimmt, wie auf die Belastbarkeit und die Wünsche des Kollegiums und Anliegen der Elternschaft.

Pro Schuljahr finden drei Schulentwicklungskonferenzen statt, die jeweils vor den Pfingstferien ihren Abschluss finden, um die besonders arbeitsintensive Schuljahresabschlussphase (Zeugnisse, Schullandheime, Schulfest, Entlassfeier, Sporttag etc.) von zusätzlichen Terminen frei zu halten.

Im Falle der Behandlung von Arbeitspaketen bildet eine Selbstevaluationsrunde zur Überprüfung bereits behandelter Arbeitspakete den Abschluss.

 
ANFÄNGE
 
Ausgehend von der Überlegung das Leitbild der Schule zu erneuern, wagt sich das Kollegium der Eduard-Spranger-Schule auf die lange Expedition durch den unübersichtlichen Dschungel der „Systematischen Qualitätsentwicklung“.

dschungel.jpgEinem pädagogischen Tag Ende April 2007 zu diesem Thema folgte eine Woche später eine Gesamtlehrerkonferenz, in deren Rahmen die Durchführung des Vorhabens bestätigt wurde. Des Weiteren wurde beschlossen, dass Herr Klein vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Prozessbegleiter an der Arbeit teilnehmen soll. Anschließend wurden die Mitglieder der Steuergruppe, die den Prozess organisieren und koordinieren soll, gewählt. Der Vorschlag, die Arbeit mit der Beschreibung und Durchführung von Schulentwicklungsprojekten zu beginnen, fand ebenfalls die Zustimmung des Kollegiums.

Lehnen Sie sich zurück und begleiten Sie uns auf unserer abenteuerlichen Reise durch exotische Dörfer mit so geheimnisvollen Namen wie "Evaluation", "Schulprofil" oder "Kerncurriculum".

Die Vorhut des Expeditionsteams, auch "Steuergruppe" oder "FrauLiebelFrauGaubatzFrauBauersfeldFrauKesenheimerFrauHoneckundHerrKlumpp" genannt, haben die Macheten geschwungen und aus dem leicht ungeordneten Grünzeug der Ideensammlung des Pädagogischen Tages eine knusprige Hecke geschnitzt.
Zunächst etwas rätselhaft vor ihrem Werkstück stehend, kam die Truppe alsobald leger und fröhlich auf die rettende Idee.
"Clustern! Clustern!" quoll es nun herzhaft aus allen Kehlen.
Hat man etwas erst mal so richtig geclustert, kann man es nachher komfortabel in Arbeitspakete packen und anschließend alles - hoppeldihopp - der Gesamtlehrerkonferenz vorlegen und abstimmen lassen.
Das soll am 04. Oktober geschehen.
Fünf dieser Arbeitspakete werden dann an Arbeitsgruppen verteilt und dann geht´s aber sowas von ran! Das klingt hart - aber das ist das Gesetz des Dschungels.

clusterstuhl.jpg


Seit der Erfindung des "Stuhls" kann man auch im Sitzen clustern!

 

 

 

 

 

 

Der 04. Oktober ist vorüber und die zusammengeclusterten Arbeitspakete der Steuergruppe wurden vom Kollegium ohne Gegenstimmen angenommen.

Damit steht fest: Ab dem 04.10.2007, 15.30 Uhr wird der Urwald aufgeräumt und wer bei 3 nicht auf den Bäumen ist, wird ohne Vorwarnung evaluiert.

Um Zivilisation in die pädagogische Wildnis zu bringen, werden zunächst fünf Außenposten errichtet, in denen mit Arbeitsaufträgen versehene Dorfbewohner zwar nicht essen, schlafen und leben, dafür aber ihr zielorientiertes Wesen treiben.

Im Außenposten I „Schülerarbeitsgemeinschaften“ schuften Frau Ziegler, Frau Martin, Frau Wilms und Frau Schlor. Im Außenposten II „Pausengestaltung“ Herr Weschenfelder, Herr Bihn und Frau Wiljotti, in Nummer III „Beratungsstelle“ Frau Nies, Frau Bauersfeld, Frau Melchersmann und Frau Fleischer, in Nummer IV „Außenklassen“ Frau Hertel, Frau Mohr-Ihrig, Frau Fuchs und Frau Gaubatz und in Nummer V „Kommunikation/UK“ Frau Weindel, Frau Heilig und Frau Kesenheimer.

Am 22. November machen sich die jeweiligen Dorfältesten auf den Weg zum Basislager, um ihre ersten Ergebnisse zu präsentieren, denn mal ehrlich: Was nützt einem der schönste Dschungel, wenn keine ORRRDNUNG darin herrscht?

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Auch bei Süsswaren-Mischungen mit Lakritz empfiehlt es sich auf gewisse grundlegende Regeln der Ordnung zu achten.

Soooo, schließlich muss so ein Dschungel doch nicht dermaßen unordentlich sein.

Die Arbeitsgruppen haben das getan, was Arbeitsgruppen ihrem Namen nach auch tun sollten und gruppenweise gearbeitet. Und da sich die Ergebnisse sehen lassen konnten, hieß die Losung „Augen aufgemacht und Sehhilfen hervorgeholt!“

Nachdem die einzelnen Aufträge unter die Lupe gelegt, mit dem Mikroskop betrachtet, auf die Hebebühne verfrachtet, examiniert, obduziert, malträtiert und irgendwie eben auch angehört waren, entfaltete sich der verbal-flauschige Gebetsteppich der demokratischen Partizipation mit seinem betörenden Gesang des „weristdafürweristdagegenwerenthältsich?“

Die Expeditionsteilnehmer der „Beratungsstelle“ der „Kommunikation“ und der „Außenklassen“ werden sich nun wieder auf ihrem Dorfplatz versammeln, um den Medizinmann vom Stamm der„Unn-watt-nuu“ zu befragen. Von ihm erhoffen sie Aufklärung darüber, wie sie dorthin kommen, wohin sie wollen, sollen, müssen, können und dürfen.

Die Hüter der „Schülerarbeitsgemeinschaften“ kümmern sich um Volkes Stimme und wollen erst mal herausbekommen, wie sich die Eingeborenen ihr neues Vivarium überhaupt vorstellen.

Und die Häuptlinge der „Pausengestaltung“ entwerfen neue Pläne, wie der Dschungel zu benutzen ist, wer die Lianen nach dem Schaukeln wieder aufräumt und von wann bis wann die Affenbrotbäume geschüttelt werden dürfen.

Dadurch bewegen sich die einzelnen Außenposten zwar mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf separaten Dschungelpfaden aber an der großen Wasserstelle trifft man sich ja schließlich regelmäßig wieder.

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Ein seltenes Dokument:
Drei Angehörige vom Stamm der "Unn-watt-nuu"
beim vertraulichen Gespräch.

 

 

 

Das Jahr hat nur so viel Monate wie der Tag Stunden, um Wochen und Nächte mal gar nicht erst ins Spiel zu bringen.
Jedenfalls wird am 23. Juli der Urwald vorübergehend geschlossen, damit sich Mensch und Natur voneinander erholen können.
Das ist auch notwendig und verdient, denn der Arbeit war viel und des Lohnes eher wenig, aber so ist sie eben, die Schulentwicklung: ein hartes Brot, das einem erst mit langer Verzögerung auf der Zunge zergeht und ein dickes Brett, das komfortabler vor dem Kopf zu tragen als zu bohren ist.
Aber mit gnadvollem Fleiß und bodenloser Kreativität haben fünf Gruppen fünf Pakete derart eingetütet und bearbeitet, dass denen Hören, Sehen und erst recht Paket-Sein aber sowas von verging und verleidete und austrieb alsoalleswasrechtist!

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Während Plüschkätzchen und sprechende Mülleimer eigentlich unbegrenzt nahezu konfliktfrei koexistieren können, bedürfen Mensch und Natur hin und wieder wechselseitiger Phasen der Erholung.

 

 

 

Im Laufe der folgenden Wochen sollen nun alle, alle und alle ihr schönstes Evaluationsergebnis aufnotieren, und ziemlich direkt nach Wiedereinlass folgt dann ein halber Tag, wo sich alle, alle und alle alle ihre Geschichten dann auch erzählen und an den Kopf werfen - so etwa wie an einem bunten Abend nur vormittags und mit leichten Waffen.

 

Der halbe Tag ist vorüber und zwar waren das zwei Viertel der drei Drittel vom 16. September.

Nach einem konzentrierten Blick in den evaluatorischen Rückspiegel richtete sich alle versammelte Energie darauf, der zukünftigen Zukunft mit futuristischem Furor eine gülden glänzende Aura zu verleihen.

Gelungen ist das unter anderem dadurch, dass die Ausstattung der Schulentwicklungsarbeit um die Hinzufügung von SEK bereichert wurde.
Diese SEK, die kein Sondereinsatzkommando ist, sondern sich Schulentwicklungskonferenz ausspricht, sollen ausschließlich der Schulentwicklung vorbehaltene Konferenzen sein.

Bei optionaler Teilnahme unter klar festgelegten Einschränkungen soll die Arbeit effizienter und tröstlicher individuellen Bedürfnissen angepasst werden können. HURRA!

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Der klassische Badezimmerspiegel unterscheidet sich vom evaluatorischen Rückspiegel in erster Linie dadurch, dass er für die Schulentwicklungsarbeit eher weniger geeignet ist.

 

 

 

Da die fünf Arbeitspakete überwiegend abgearbeitet sind, wird nun eine Liste ausgehängt, was als nächstes dran kommen soll.
46 Päckchen
stehen zur Auswahl: von A wie SMV bis Z wie Trainingswohnen.

Allerdings sollen diesmal nur eins, zwei, drei zubereitet werden, weil – wir wollen doch auch noch umziehen.

Nachdem der Aushang, seinem Namen Ehre machend, richtig lange aushing, wurde er am 13. Januar wieder abgehängt.
Die Auszählung der hinter den einzelnen Arbeitspaketangeboten angebrachten senkrechten Bleistift- und Kugelschreiberstrichchen - die an sich nicht aufsehenerregend sind, ihre Schreibweise doch aber als bemerkenswert gelten darf (chch!) - erbrachte ein Ergebnis in Form und Farbe eines haarsträubend engen Kopf-an-Kopf-Rennens plus angeschlossenem Herzschlagfinale.

Neun Stimmen hauchten ihre Zuneigung dem Thema "Schulregeln" entgegen.
Neun Stimmen beliebten sich für "Lehr- und Lernmittel" auszusprechen.
Sieben Stimmen bildeten vollendet formschön lippenleserlich die Worte "Transparenz und Informationsfluss".
Da so cirka 26 Kolleginnen und Kollegen durch drei Arbeitspakete geteilt ungefähr 8,6666666 Paketpädagogen ergeben könnten, in eine gewöhnliche EU-Telefonzelle aber höchstens fünf durchschnittsgewichtige finnische PISA-Gewinner passen, gibt es für die bei dieser Rechnung überzähligen oder neben den Tisch gefallenen, dort aber nicht liegen bleiben könnenden Qualitätsmitmacher ein zusätzliches Angebot, welches ein wenig hässlich "Umsetzungsarbeiten zu den "alten Arbeitspaketen"" heißt. Die fünf alten Arbeitspaketler sollen ihre Pakete bis zum 19.02. so weit als möglich abschließen und gleich mit angeben, welche Umsetzungsarbeiten sie zu verschenken haben.

Am 19.02. findet dann auch die weltweit erste SEK der Eduard-Spranger-Schule Bretten statt!

Mittlerweile schreiben wir den Oktober 2009 und unsere Schulentwicklungskonferenzen sind schon Routine geworden. Wir entwickeln Schule wie andere Leute Urlaubsphotos - am laufenden Meter.
Inzwischen mussten wir schon einen Extra-Raum bereit stellen, in dem wir die fertigen Arbeitspakete lagern können.
Fix und fertig ist zum Beispiel das Thema "Außenklassen" und "Kommunikation". Die AG´s dieses Jahres wurden bereits nach den Maßgaben der Gruppe "Arbeitsgemeinschaften" umgesetzt. Und Vergleichbares gilt für die "Pausengestaltung". "Beratungsstelle" benötigt auch nur noch ein paar kleine Details.

 

 

Kategorie: Das sind wir
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