Wir arbeiten ja nicht nur in unserem stillen Kämmerlein, vielmehr kooperieren wir ...


... im Rahmen der Kooperationsband

Kooperationsband „ Die Krachmacher“

Jeden Dienstagabend treffen wir uns im Musikzimmer der Eduard- Spranger-Schule um gemeinsam Musik zu machen.

Wir, das sind:

-        Schüler der ESS

-        ehemalige Schüler der ESS

-        Eltern

-        ehemalige Praktikanten

Wir haben Spaß miteinander Musik zu machen und spielen in folgender Besetzung:

E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Bass-Gitarre, Keyboard, Autoharp, Mundharmonika, Percussion und Gesang.

Musikalische Inhalte der Band sind neben dem Covern von Liedern auch das Texte-Verfassen und Komponieren eigener Lieder. Die Texte der eigenen Lieder entstehen aus der Lebenswelt der SchülerInnen. Individuelle Vorstellungen und Interessen der SchülerInnen werden aufgegriffen und einbezogen. So entstand z.B. ein Lied über Freundschaft, Handys oder auch Gefühle. Hier haben die SchülerInnen die Möglichkeit ihre eigenen Vorstellungen, Erlebnisse, Gedanken und Wünsche auszudrücken und sich ihrer ästhetischen Vorlieben bewusst zu werden.

Die SchülerInnen erhalten über das musikalische Tun Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung und erleben durch das gemeinsames Singen und Musizieren ein Eingebundensein in eine soziale Gemeinschaft. Die gestalterische Auseinandersetzung mit der eigenen Stimme und den unterschiedlichen Instrumenten fördert den künstlerischen Ausdruck, erweitert fachliche Kompetenzen und gibt Anregungen zur Gestaltung der eigenen Freizeit (z.B. Üben des Instrumentes, der Texte,...).

Da die Kooperationsband eine Freizeiteinrichtung der ESS ist, ist es auch bedeutsam den Bandmitgliedern den Freiraum zu geben, nicht nur zu Musizieren, sondern auch einen gewissen Freizeitcharakter zu wahren. Dies wird umgesetzt, indem die Band in regelmäßigen Abständen gemeinsam in der Schule übernachtet um Filme anzuschauen, gemeinsam zu kochen, zu erzählen, Karaoke zu singen und sich zu begegnen.

Der Besuch von anderen Bands auf Konzerten sowie gemeinsam Eis essen zu gehen ist wichtiger Bestandteil dieses Freizeit- und Begegnungscharakters.

Das Selbstverständnis der Bandmitglieder beruht auf gegenseitigem Respekt, Anerkennung und Gleichberechtigung. Jeder hat seine feste Rolle und ist wichtig. Fehlt einer, so merkt man dies nicht nur auf musikalischer Ebene.

Durch die Mitarbeit  von Eltern, Praktikanten usw. ist eine gewisse musikalische Grundlage gewährleistet, an der sich die SchülerInnen orientieren können, z.B. Durchhalten des Rhythmus, musikalischer Einsatz usw.

Wichtiger Bestandteil der Proben ist die soziale Interaktion und die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Die Einbindung von außerschulischen Partnern erweitert die Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten der SchülerInnen.

Die Kooperationsband hatte mittlerweile mehrere Auftritte, auch in der Öffentlichkeit, hierzu zählen u.a. zum wiederholten Mal Auftritte beim Weihnachtsmarkt, Begegnungskonzert der Schulmusik.

 Diese Auftritte sind für die Bandmitglieder sehr bedeutsam. Bei der musikalischen Präsentation erfahren sie Wertschätzung, Anerkennung und steigern dadurch ihr eigenes Selbstbewusstsein. Sie lernen auch mit Kritik/Feedback umzugehen. Rückmeldungen der Öffentlichkeit beziehen sich hierbei immer wieder auf den Spaß, den diese Band bei ihrem Auftritt verkörpert und die Bewunderung darüber was die Jugendlichen mit Behinderung können. Die Präsentation der Band in der Öffentlichkeit fördert die Akzeptanz, Toleranz und die Wertschätzung von Menschen mit Behinderung und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.


... mit Schulen:

- Realschule Oberderdingen (Außenklasse)

- Grundschule Diedelsheim (Außenklasse)

- Stromberg-Schule Oberderdingen

... mit Vereinen:

- Musikverein Kürnbach

- Pfandfinder Oberderdingen (Schulband)

... mit Haus Edelberg Oberderdingen in der AG Jung trifft Alt


... mit Einrichtungen zur Berufsvorbereitung:

- Lebenshilfe Bretten-Bruchsal (Informationsabende, Praktika...)

- diversen Praktikumsfirmen (Zoohandlung Betz Diedelsheim, Gärtnerei Kirchgässner Flehingen, Schloßgarten-Restaurant Flehingen, Bauhof Bretten, McDonalds...)

- Integrationsfachdienst (IFD), Karlsruhe

- Agentur für Arbeit, Karlsruhe

 ... als Partner für Sozialpraktika (Schulen):

- Edith-Stein-Gymnasium, Bretten

- Melanchthon-Gymnasium Bretten

 

... als Partner für Sozialpraktika aus der freien Wirtschaft:

- Mehr-Wert

- EGO

- Blanco

- ENBW


... mit Ämtern:

- Arbeitsstelle Kooperation (Staatliches Schulamt)

- Amt für Versorgung und Rehabilitation

- Schulträger und der Schulaufsichtsbehörde


Zudem sind wir Ausbildungsschule

- für das Pädagogische Fachseminar Abteilung Sonderpädagogik, Karlsruhe

- für das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Abteilung Sonderschulen, Heidelberg

- für die Pädagogische Hochschule Abteilung Sonderpädagogik, Heidelberg

Kategorie: Das sind wir

Neben der Klassenpflegschaft und der Gesamtlehrerkonferenz existieren folgende Gremien:


Elternbeirat


Vorsitzende: Frau Pfitzenmeier
Stellvertretende Vorsitzende: Frau Krupp
Schriftführerin: Frau DiDio

Mitglieder
Grundstufe 2:   Frau Rittmann, Frau Kaikisiz
Grundstufe 4:   Frau Häber, Frau Dell
Hauptstufe 5:   Frau Szakal-Straki, Frau Suthoff

Hauptstufe 7:   Frau Hoffmann, Frau May
Hauptstufe 8-9: Frau Pfitzenmeier
Hauptstufe 9:   Frau DiDio, Frau Esterer

Berufsschulstufe 11: Frau Krupp, Frau Hildebrand
Berufsschulstufe 12a: Frau Grobleben, Frau Klein

Berufsschulstufe 12b: Frau Martins-Cordeiro, Herr Antony
Berufsvorbereitende Einrichtung: -, -
KD1: Frau Yildirim, Herr Pagano
KO5: Frau Stromenger, Frau Keller-Nöltner

Elternbeirat des Schulkindergartens

Herr Roßberg, Herr Pagano
Frau Schellenberger, Frau Bozanovic


Schulkonferenz

Vorsitz: Frau Bauersfeld

Stellvertretender Vorsitz: Frau Pfitzenmeier 

Lehrer

Herr Stolz
Herr Seitz
Frau Uhrich
Herr Klumpp
Frau Liebel

(Frau Elcic, Frau Weindel, Herr Bahlke, Frau Mohr-Ihrig, Frau Stürner)

Eltern
Frau Pfitzenmeier
Frau Krupp
Frau Hildebrand

Frau Hoffmann
Frau Grobleben
Frau Yildirim


Vertreter der Eltern
Frau Stromenger
Herr Roßberg
Frau Dell
Frau Rittmann
Frau Szakal-Straki



Schülersprecher

Immanuel Chatchatrjan
Fabian Antony  (Stellvertreter)


Klassensprecher

G2:   
G4:         Nurkan/(Vina)
H5:   
H7:    
 
H8/9:    
H9:    
BSS11: 
BSS12a:
BSS12b:
BVE:    


Stufenkonferenz

Grundstufe:           Herr Klumpp      
Hauptstufe:
              Frau Weindel
Berufsschulstufe:    Frau Mayer
BVE:                      Herr Bahlke
Außenklassen:        Frau Hertel

Vertrauenslehrer 

Frau Liebel und Herr Seitz

Kategorie: Das sind wir

Regionaler Bezug 

Die Eduard-Spranger-Schule liegt in Oberderdingen. Oberderdingen ist eine Stadt mit ca. 10.504 Einwohnern (incl. der Ortsteile Flehingen und Großvillars). Sie liegt an der Grenze zwischen Stromberg und Kraichgau. Die Stadt ist somit über mehrere Autobahnen (A8, A6, A5) erreichbar und auch über die Stadtbahnlinie S4 (Karlsruhe-Heibronn) angeschlossen. [Anfahrt] 

Die Schüler der Schule kommen natürlich nicht nur aus Oberderdingen. Zum Schulbezirk gehören folgende Gemeinden: 

  • Bretten mit den Stadtteilen Bauerbach, Büchig, Gölshausen, Sprantal, Ruit, Rinklingen, Dürrenbüchig, Neibsheim und Diedelsheim
  • Gondelsheim
  • Walzbachtal mit den Ortsteilen Jöhlingen und Wössingen
  • Oberderdingen mit den Ortsteilen Flehingen und Großvillars
  • Kürnbach
  • Zaisenhausen
  • Sulzfeld
  • Kraichtal mit den Orten Münzesheim, Oberacker, Gochsheim, Bahnbrücken, Menzingen und Landshausen

Die Schule ist in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe und gehört somit zum Regierungspräsidium Karlsruhe.

 

Wegbeschreibung

Anfahrt mit der Bahn:
Stadtbahnlinie S4 (Karlsruhe-Heilbronn) bis Flehingen Industriegebiet, dort in den Bus Linie 145 umsteigen, Haltestelle Oberderdingen Zentrum


Anfahrt mit dem Auto:
A 5 - Ausfahrt Karlsruhe-Durlach, B 10 (später B293) Richtung Bretten, in Bretten Richtung Eppingen / Heilbronn, Oberderdingen ausgeschildert.

A 8 - Ausfahrt Pforzheim Nord, B294 Richtung Bretten, in Bretten B293 Richtung Eppingen / Heilbronn, Oberderdingen ausgeschildert.

A 6 - Ausfahrt Sinsheim-Steinsfurt, Richtung Eppingen, dort die B293 Richtung Bretten. Vor Bretten Oberderdingen ausgeschildert

In Oberderdingen der ortsinternen Beschilderung "Eduard-Spranger-Schule" (braune Wegweiser) folgen.

Kategorie: Das sind wir
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„Es ist normal, anders zu sein.“

Paulo Coelho

Diese Konzeption dient als Grundlage bei der Einrichtung von sowie für die Arbeit in den Außenklassen. Es ist für alle Beteiligten (LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen) verbindlich.

Ziele dieser Außenklassenkonzeption sind…

  • …die Arbeit in den Außenklassen für alle Beteiligten transparent zu machen
  • …die möglichen Lernchancen aufzuzeigen, zu praktizieren und dadurch erfahrbar zu machen
  • …die Arbeit in einer Außenklasse zu reflektieren und zu evaluieren.


1. Was ist eine Außenklasse?

Die Außenklasse ist eine Sonderschulklasse, die aus der Stammschule ausgegliedert und in die ihr zugewiesene allgemeine Schule eingegliedert ist. Die SchülerInnen der Außenklasse bleiben dabei rechtlich SchülerInnen der Sonderschule (Stammschule) und werden von Lehrkräften dieser Stammschule begleitet. Die SonderschullehrerInnen, die weiterhin zum Kollegium der Stammschule gehören, sind für die individuelle Förderung und den Unterricht gemäß dem Bildungsplan der jeweiligen Sonderschule verantwortlich. Dementsprechend bleibt die Verantwortung der Lehrkräfte für die jeweiligen Klassen ihrer Schulart erhalten.

Die Außenklasse hat an der allgemeinen Schule einen eigenen, separaten Klassenraum und ist einer festen Partnerklasse (Kooperationsklasse) zugeordnet. Die Unterrichtsthemen der Außenklassen orientieren sich am Bildungsplan der allgemeinen Schule bzw. an den Unterrichtsinhalten der Partnerklasse. Bis auf wenige Ausnahmen passt sich die Außenklasse an den zeitlichen Rahmen der ihr zugeordneten allgemeinen Schule an (z. B. Stundenplan, Elternabende).

 (Vgl. Verwaltungsvorschrift , 2008)

 

2. Rechtliche Grundlagen

In den 90er Jahren wurde zunächst das Grundgesetz, etwas später auch die Landesverfassung für Baden-Württemberg um das so genannte Benachteiligungsverbot ergänzt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Grundgesetz Art. 3, Abs. 3; Artikel 2a LV BW)

 Auf der Basis einer Erklärung der Kultusminister-Konferenz von 1994 wurden in das Schulgesetz für Baden-Württemberg folgende Vorgaben aufgenommen:

  • „Die Förderung behinderter Kinder ist auch Aufgabe in den anderen Schularten.“ (SchG §15, Abs. 4)
  • „Im Rahmen der gegebenen Verhältnisse können an den Grund-, Haupt- und Realschulen sowie an den Gymnasien Außenklassen von Sonderschulen gebildet werden.“ (SchG §15, Abs. 6)

 Die Verwaltungsvorschrift „Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf“ vom 8. März 1999 wird durch die Verwaltungsvorschrift vom 22. August 2008 geändert. Die neue Fassung trägt den Titel „Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen“.

Im Folgenden ein Auszug aus Punkt 3.1 schulgesetzlicher Rahmen: „[…] Den allgemeinen Schulen und Sonderschulen ist aufgegeben, pädagogische und soziale Begegnungsfelder zwischen behinderten und nicht behinderten Schülern zu schaffen, die gemeinsame Unterrichtsveranstaltung einschließen können. Außenklassen der Sonderschulen in allgemeinen Schulen stärken das soziale und pädagogische Miteinander.“

 

3. Was sind die Zielsetzungen einer Außenklasse?

  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Vermittlung eines Menschenbildes, nach dem Vielfalt als Normalität und als Chance begriffen wird.
  • Individuelle Unterschiede akzeptieren – Gemeinsamkeiten entdecken
  • Erziehung zu sozialkompetentem Handeln – Lernen um Hilfe zu bitten, Hilfe anzunehmen und angemessene Unterstützung anzubieten
  • Stärken kennen lernen und einbringen
  • Verhaltens-, Bewegungs- und Sprachvorbilder nutzen
  • Weiterentwicklung von Unterrichtskonzepten für gemeinsames Lernen in heterogenen Gruppen
  • Inklusion


4. Wer ist an dem „Vorhaben Außenklasse“ beteiligt?

Sonderschule: SchülerInnen, Eltern, Kollegium, Schulleitung

Regelschule: SchülerInnen, Eltern, Kollegium, Schulleitung


Beteiligung der betroffenen Lehrer, Eltern und Schulträger (Punkt 5.2.2 der Verwaltungsvorschrift vom 22. August 2008): “Die untere Schulaufsichtsbehörde übernimmt vor Einrichtung einer Außenklasse die Koordination der Verhandlungen und die Vorbereitungen der Entscheidung. Für ein gutes Gelingen der Arbeit in einer Außenklasse ist es wichtig, dass die Entscheidung der unteren Schulaufsichtsbehörde, die nur im Einvernehmen mit den beteiligten Schulträgern erfolgen kann, auch von den anderen Beteiligten mitgetragen und unterstützt wird. Deren Einvernehmen ist anzustreben.

Vor der Entscheidung wird die Einrichtung der Außenklasse in den Pflegschaften der betroffenen Klassen besprochen und die untere Schulaufsichtsbehörde beteiligt die Leiter, die Gesamtlehrerkonferenzen, die Elternbeiräte und die Schulkonferenzen der betroffenen Schulen. Gegebenenfalls sind auch die Träger der Schülerbeförderung oder außerschulische Kostenträger in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.“

5. Das Team

„Die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern ist in der Praxis des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung eine unverzichtbare Notwendigkeit. Die Qualität dieser Kooperation beeinflusst das Gelingen oder Nichtgelingen von Integration in der Schule entscheidend.“ (Vgl. Zielke, 2002)

Folgende Voraussetzungen bei Teammitgliedern sind unserer Meinung nach grundlegend für ein erfolgreiches integratives Unterrichten im Team:

  • Bereitschaft zu gleichberechtigtem Arbeiten; im Team bestehen keine Hierarchien
  • Bereitschaft zu neuen Erfahrungen, Aufgaben und Rollen
  • Fähigkeit und Bereitschaft zu „Metakommunikation“, partnerorientierter Gesprächsstil, Fähigkeit zum Feedback, Ambiguitätstoleranz
  • Übernahme der gemeinsamen Verantwortung für alle Kinder
  • Fähigkeit, Probleme im Team offen anzusprechen; eventuell Begleitung durch Supervision
  • das Team vertritt sich auch nach außen als Team

 

Für eine gelingende Teamarbeit sind gewisse Rahmenbedingungen wichtig:

  • Festgelegte, regelmäßige Zeiten für die Planung und Reflexion der Arbeit
  • Aufgabenverteilung unter Berücksichtigung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Neigungen
  • Abstimmung der Unterrichtsziele, Inhalte und Methoden
  • Transparenz; Teammitglieder haben den gleichen Informationsstand
  • Reflektieren der Lehrerrolle, Absprachen bestimmter Verhaltensweisen
  • Zeitliche Entlastung der Teams; Unterrichtsfreistellung zur Nutzung für gemeinsame Fort- und Weiterbildung, Deputatsermäßigungen für gemeinsame Evaluation und Unterrichtsplanung (vgl. dazu: Teamsitzung)

 

Die erfolgreiche Arbeit im Team birgt folgende Chancen:

  • Vielfältige Möglichkeiten zur Arbeitsteilung und Aufgabenverteilung; Schwerpunktsetzung entsprechend der eigenen Interessen und Fähigkeiten
  • Zeitliche Belastung (z. B. durch erhöhten Absprachebedarf) wird zum Teil durch Arbeitsteilung aufgewogen.
  • Breiteres Spektrum an Unterrichtsformen auf Grund des höheren Personalspiegels
  • Möglichkeiten zur (Selbst-)Reflexion sind gesteigert
  • „Mehr Köpfe haben mehr Ideen“

 

Grundlagen organisatorischer Art, die nicht teambedingt, aber für eine gelingende Teamarbeit wichtig sind:

  • Die personelle Besetzung beider Klassen findet in Absprache mit dem Kollegium und der Schulleitung statt, eine Übernahme erfolgt möglichst freiwillig.
  • Das Außenklassen-Team sollte wünschenswerterweise aus zwei pädagogischen Fachkräften bestehen, um densonderpädagogischen Austausch zu gewährleisten.
  • Die Entscheidungsfindung von Seiten der Kooperationsschule erfolgt auf der Basis von Informationsabenden über bestehende Außenklassen, unsere Außenklassenkonzeption und gegenseitige Hospitationen.
  • Eine Phase des Kennenlernens soll sicherstellen, dass eine Zusammenarbeiten der Lehrkräfte möglich ist.

 

Die Teamsitzung:

  • Teamsitzungen finden regelmäßig (idealerweise einmal wöchentlich) und in einem festgelegten Zeitfenster statt.
  • An den Sitzungen nehmen die Klassenlehrer der beiden Klassen verbindlich teil. Weiterhin können die anderen Lehrkräfte der Sonderschulklasse und die zusätzlichen Unterrichtshelfer (z. B. Schulbegleiter, FSJ, Zivi) an den
    Teamsitzungen teilnehmen. Dies wird abhängig von Themen und Inhalten der Sitzungen individuell abgesprochen.
  • Die Teambesprechungen sollten möglichst in jeder Sitzung folgende Aspekte beinhalten:
  1. Gegenseitiger Austausch von Informationen (z. B. anstehende Termine, aktuelle Vorkommnisse und pädagogische Maßnahmen)
  2. Reflexion der gemeinsamen Unterrichtsarbeit (Planung und Durchführung)
  3. Mittel- und langfristige Planung des Unterrichts, einschließlich der Entscheidung welche Inhalte und Unterrichtsstunden gemeinsam oder getrennt durchgeführt werden
  4. Planung der aktuellen Unterrichtseinheiten
  5. Aufgabenverteilung und Absprachen in Bezug auf Unterrichtsvorbereitung und -durchführung (Team-Teaching)
  • Mehrmals im Schuljahr sollte die Evaluation der gemeinsamen Arbeit Inhalt der Teambesprechungen sein.
  • Wünschenswert ist zudem ein kooperativer Fachunterricht. Außerhalb der Teamsitzungen stehen daher für den
               Klassenlehrer der Außenklasse weitere Absprachen und Arbeitstreffen mit den jeweiligen FachlehrerInnen an.


Zusätzliche Unterrichtshelfer:

Eine generelle Notwendigkeit, weitere Betreuungskräfte für eine Außenklasse zur Verfügung zu stellen, ergibt sich von Rechtswegen nicht. Wir erachten die Zuweisung einer Betreuungskraft jedoch für sinnvoll, da der gemeinsame Unterricht einen gewissen Betreuungsschlüssel voraussetzt. Zudem stehen oftmals pflegerische Aufgaben an, die an der Stammschule von Pflegepersonal übernommen werden können. Dieses Personal steht an der Partnerschule nicht zur Verfügung. Des Weiteren besteht Unterstützungsbedarf zur Gewährleistung der Pausenaufsicht.

Auf Grund dessen hat sich das Kollegium der Eduard-Spranger-Schule im Rahmen der Schulentwicklung für folgende Handhabung ausgesprochen: „Der Außenklasse wird möglichst eine Hilfskraft (z. B. FSJ, Zivi, Schulbegleiter) zugewiesen“. (Vgl. Projektauftrag Außenklassen, ESS)

 

6. Die SchülerInnen einer Außenklasse

Grundsätzlich können alle SchülerInnen eine Außenklasse besuchen. Einschränkende Bedingungen können räumliche und personelle Gegebenheiten sowie individuelle Aspekte des Schülers sein.

Bei der Neueinrichtung einer Außenklasse sollten idealerweise die Frühförderstellen in die Entscheidung miteinbezogen werden.

 

7. Voraussetzungen an der Partnerschule

Für die Außenklasse muss ein eigener Raum verfügbar sein (Verwaltungsvorschrift, 2008). Die Klassenräume der beiden Partnerklassen sollten möglichst in unmittelbarer Nachbarschaft sein (Landesarbeitsstelle Kooperation, CD, 2008). Ideal sind nebeneinander liegende Klassenzimmer mit Verbindungstür.

Es ist sinnvoll, dass die Außenklasse vom Kollegium, der Schulleitung und dem Elternbeirat der Partnerschule gewollt ist.

Es wäre schön, wenn bei der Erstellung des Stundenplans der Partnerklasse gewisse Kooperationsgesichtspunkte berücksichtigt werden könnten. Beispiele für solche kooperative Aspekte sind: Viel Klassenlehrerunterricht, möglichst wenig Fachlehrer, ein bestimmter Nachmittag unterrichtsfrei für die Schwimmunterrichtskooperation der Außenklasse mit ihrer Stammschule.

 

8. Einrichtung und Fortführung einer Außenklasse

Die untere Schulaufsichtsbehörde entscheidet über die Einrichtung und Fort- sowie Weiterführung einer Außenklasse (siehe Punkt 4).

Unter welchen Gesichtspunkten werden Außenklassen gebildet?

Häufig geht die Initiative von Eltern oder Sonderschulen aus. Die Einrichtung einer Außenklasse muss einvernehmlich entschieden werden. Im Landkreis Karlsruhe ist hierfür das Landratsamt Karlsruhe, Fachbereich I, Amt für Schulen und Kultur zuständig.
Der Antrag an die untere Schulaufsichtsbehörde erfolgt zunächst formlos und es besteht keine Antragsfrist. Daher kann der Zeitpunkt der Antragsstellung sehr unterschiedlich sein, wenn das Kind noch im Kindergarten ist oder erst kurz vor der Einschulung. Eine frühzeitige Antragsstellung ist aus unserer Sicht sinnvoll und wichtig. Nur mit ausreichend zeitlichem Vorlauf können die bestmöglichen äußeren organisatorischen Bedingungen geschaffen werden (z. B. Partnerschule suchen, Stellenausschreibung für die Kooperationsklasse an der Partnerschule, Ausstattungskriterien an der Partnerschule [z. B. Barrierefreiheit]).

Ausschlaggebend für die Einrichtung einer Außenklasse ist in erster Linie der Elternwunsch. Nur mit einer hinreichenden Zahl von Schülern wird eine reguläre Klasse der Sonderschule gebildet, die ihren Standort in der allgemeinen Schule (Partnerschule) hat. Liegen nicht genügend Anträge vor, so besteht die Möglichkeit, dass die Sonderschule mit weiteren Eltern in Kontakt tritt. Die Untere Schulaufsichtsbehörde entscheidet darüber, wie viele Anträge vorliegen müssen, um der Einrichtung einer Außenklasse zuzustimmen. Eine Genehmigung durch das Ministerium muss (im Gegensatz zum ISEP) nicht erfolgen.

Die unter Schulaufsichtsbehörde legt einen Zeitraum fest, nach dem die Entscheidung über die Einrichtung der Außenklasse überprüft wird. In der Regel bedeutet dies für die Eltern, einen weiteren formlosen Antrag über die Fortführung der integrativen Maßnahme zu stellen.

Was passiert nach Ende der Grundschulzeit?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit einer Weiterführung der integrativen Maßnahme in der Sekundarstufe oder die Rückführung an die Stammschule. Im Rahmen der Entscheidungsfindung werden u. a. folgende Punkte betrachtet:

  • Was wollen die Eltern?
  • Welche weiterführenden Schulen stehen in der Umgebung zur Verfügung?
  • Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und besonderen Bedürfnisse in Bezug auf die konkrete Außenklasse

Voraussetzung für eine Weiterführung der integrativen Maßnahme ist auch hier wieder in jedem Fall ein formloser Antrag der Eltern. Im Weiteren entspricht das Prozedere dem der Einrichtung einer Außenklasse.

Auch die Weiterführung einer integrativen Maßnahme nach Ablauf der Sekundarstufe I in der Berufsschule ist unter entsprechenden Umständen eine denkbare Möglichkeit.

Kann die Fort- und Weiterführung der integrativen Maßnahme nicht umgesetzt werden, erfolgt für die Klasse eine Rückführung an die Stammschule. Dies ist jederzeit möglich.

 

Welche Möglichkeiten des Wechsels zwischen integrativer Maßnahme und Stammschule gibt es?

  • Beendigung einer Außenklasse nach der Grundschulzeit
  • Beendigung einer Außenklasse nach der weiterführenden Schule zur weiteren Beschulung in der Berufsschulstufe
  • Abbruch einer Außenklasse
  • Wechsel einzelner Außenklassenschüler an die Stammschule
  • Wechsel einzelner Schüler der Stammschule in eine bestehende Außenklasse

 

9. Organisation

9.1. Besetzung der Außenklassen

Alle Lehrkräfte der Schule kommen als Außenklassen-Lehrkräfte in Frage. Die Kompetenzen bereits in der Außenklassenarbeit erfahrener KollegInnen sollten möglichst genutzt werden. Ein erneuter Einsatz in einer Außenklasse sollte unter berücksichtigung bestimmter Aspekte auch nach Ablauf eines Außenklassendurchgangs und ohne Zwischenstation an der Stammschule möglich sein.
Auch während der Tätigkeit als Außenklassenlehrkraft sollte die Identifikation mit der Stammschule erhalten bleiben. So sollte die Kontaktpflege zum Kollegium ebenso wie die Beteiligung am konzeptionellen Schulleben der Stammschule in einem leistbaren zeitlichen Rahmen eine Selbstverständlichkeit sein.

Für den Übergang einer Außenklasse in die Sekundarstufe ist es sinnvoll, auf eine Lehrkraft mit Außenklassenvorerfahrung zurückzugreifen. Steht eine solche nicht zur Verfügung, sollte eventuell in Erwägung gezogen werden, die bisherige Lehrkraft für ein Übergangsjahr einzusetzen. Damit ist gewährleistet, dass praxiserprobte Erfahrungen bezüglich kooperativer Modelle in den Aufbau der Kooperation in der Weiterführenden Schule einfließen können.

 

9.2. Vertretungen

Die Vertretung der Außenklassenlehrkräfte ist für den Krankheitsfall sowie bei Fortbildungen klar geregelt. Demnach werden kurzfristige Erkrankungszeiten innerhalb des bestehenden Außenklassenteams aufgefangen. In gegenseitigem Einvernehmen kann eine kurzfristige Vertretung auch durch die Lehrkraft der Kooperationsklasse erfolgen (vgl. nächster Absatz). Langfristige Erkrankungszeiten werden nach Bedarf von Lehrkräften der Stammschule aufgefangen. Dabei gibt es folgende Umsetzungsmöglichkeiten:

  • LehrerInnen der Stammschule gehen zur Vertretung in die Außenklassen.
  • AußenklassenschülerInnen kommen an die Stammschule und werden mindestens paarweise in festgelegte Gastklassen verteilt.

Eine Vertretung für Außenklassen an der Kooperationsschule wird angestrebt, kann jedoch nicht in jedem Fall gewährleistet werden. Bei der Entscheidung ist die Besetzungssituation an der Stammschule zu berücksichtigen.

Die Vertretung durch die Außenklassenlehrkräfte in der zugeordneten Kooperationsklasse ist nicht verpflichtend, kann jedoch auf freiwilliger Basis und in Absprache mit beiden Schulleitungen erfolgen. Dasselbe gilt für die Vertretung in der Außenklasse durch die KollegInnen der Partnerschule. Keine Lehrkraft kann zu Vertretungen in der jeweils anderen Schule bzw. Klasse verpflichtet werden. Die Entscheidung der Lehrkraft wird in diesen Fällen von ihrer Schulleitung unterstützt.

Eine rechtliche Absicherung der Lehrkräfte erwächst aus den Absprachen der beiden Schulleitungen.

Die Eltern werden am ersten Elternabend über die getroffenen Absprachen informiert.

 

9.3. Allgemeine Aufsichtspflicht

Die Aufsichtspflicht ist in keinem Gesetz ausdrücklich festgelegt. Es ist die Aufgabe der Schulleitungen, die notwendige Aufsicht festzulegen und einzuteilen. Grundsätzlich sind die Lehrkräfte jeweils für ihre Klassen zuständig. In gegenseitiger Absprache und Vereinbarung kann die Aufsichtspflicht auch anders geregelt werden, wechselseitige Aufsichten sind in diesem Fall möglich.

 

9.4. Pausenaufsicht

Die Absprachen bezüglich der Pausenaufsichtsregelung werden in einer GLK von den Lehrkräften der Außenklasse mit dem Kollegium der Partnerschule getroffen. Bei der Lösungsfindung sind die individuellen Voraussetzungen der SchülerInnen (z. B. Alter, Persönlichkeit, Grad der Selbstständigkeit) Grundlage. Die getroffenen Absprachen werden mit beiden Schulleitungen abgestimmt und von diesen schriftlich genehmigt.

(Vgl. Schmalenbach: Häufige Fragen)

 

9.5. Fortbildungen

Die Schulen ermöglichen die Freistellung der Kooperationslehrkräfte (KlassenlehrerInnen) für gemeinsame Fortbildungen zu den Themen „Kooperation“ und „Integration“. Die gemeinsame Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung ist v. a. in der Anfangszeit sinnvoll. Gemeinsame Fortbildungen des Kooperationsteams sind auch im weiteren Verlaufs der Zusammenarbeit und während des Schuljahres wünschenswert und zu ermöglichen.

 

9.6. Materialabsprachen

Grundsätzlich wird das Material für eine Außenklasse von der Stammschule organisiert und finanziert. Zwischen den Lehrkräften der Außenklasse und der Partnerschule werden gegebenenfalls unter Einbeziehung der Schulleitungen, Absprachen und verbindliche Regelungen über die Benutzung von Verbrauchsmaterial und didaktischen Materialien geführt. Wenn nötig werden die Absprachen schriftlich festgehalten.

 

9.7. Deputatsermäßigungen

Es gibt keine allgemeingültige Regelung hinsichtlich Deputatsermäßigung für Lehrkräfte der Kooperationsklassen. Unterricht, auch kooperativer Unterricht, gehört zum Aufgabenfeld von Lehrkräften an allgemeinen Schulen und ist in der vorgegebenen Arbeitszeit der Lehrkräfte enthalten. Die Staatlichen Schulämter bzw. die Schulleitungen der beteiligten Schulen können in begründeten Fällen Lehrkräften Stundenanrechnungen zukommen lassen. (Vgl. Schmalenbach: Häufige Fragen)

Solche begründeten Fälle sind z. B. die Neueinrichtung einer Außenklasse an einer Grund- oder weiterführenden Schule sowie die Kooperation an einer weiterführenden Schule durch die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Fachlehrern.

Deputatsermäßigungen für Lehrkräfte in Außenklassen sind wünschenswert und begründen sich nicht „nur“ durch einen höheren Vorbereitungs- und Absprachebedarf sondern auch durch Doppelbelastungen der Außenklassenlehrkräfte, u. a. bei folgenden Punkten: GLKs an Stamm- und Partnerschule, Feste und Veranstaltungen an beiden Schulen, Kontakte zu beiden Kollegien pflegen, zum Teil Elternabende an beiden Schulen.

 

9.8. Dienstanweisungen

Die Frage, ob Schulleiter der Partnerschule dem Personal der Sonderschule dienstliche Anweisungen geben können, muss zwischen den Schulleitungen abgesprochen werden. Im Rahmen einer solchen Absprache sind Dienstanweisungen möglich.

(Vgl. Schmalenbach: Häufige Fragen)

 

9.9. Schulische Gremien

Die AußenklassenlehrerInnen sind gleichberechtigte Kollegen der Stammschule. Dementsprechend besteht eine Teilnahmeverpflichtung für Gesamtlehrerkonferenzen an der Stammschule. Die Beteiligung an anderen schulischen Gremien (z. B. SEKs, DBs) der Stammschule erfolgt in gleichem Maße, wie bei allen anderen KollegInnen. Die KollegInnen der Außenklassen sind in der Stammschule stimmberechtigt und in deren Gremien wählbar.

Die Teilnahme an den GLKs und Dienstbesprechungen der Partnerschule ist freiwillig, jedoch in vielen Fällen zu befürworten. Sinnvoll ist die Teilnahme bei Tagesordnungspunkten, die im Schulalltag auch die Außenklassen betreffen. Dagegen ist eine Teilnahme an Besprechungen konzeptioneller Art, die ausschließlich Belange der Partnerschulen betreffen (z. B. Notenfindung, Notenkonferenzen, Konzeptionsarbeiten), nicht sinnvoll. Es wäre zu begrüßen, dass die Partnerschule bei der Festlegung der Tagesordnungspunkte darauf achtet, dass Punkte die die LehrerInnen der Außenklassen betreffen, zu Beginn einer Konferenz besprochen werden. Die AußenklassenlehrerInnen müssen sich nicht an der Schulentwicklung der Partnerschule beteiligen. Die Lehrkräfte der Außenklassen sind an der Partnerschule bei offiziellen Entscheidungen nicht stimmberechtigt. Sie sollten jedoch in gewisse, schulrechtlich nicht relevante Entscheidungen (z. B. Planung Sommerfest, Lehrerausflug) einbezogen werden.

 

9.10. Rechtliche Stellung der Eltern

Entsprechend der Schulzugehörigkeit ihrer Kinder sind die Eltern der Außenklassen in erster Linie der Stammschule zugeordnet. Dort sind sie in den schulischen Gremien mit Elternbeteiligung stimmberechtigt und somit dort in die Elternarbeit integriert. Die Elternvertreter der Außenklassen und der Partnerklasse werden entsprechend getrennt gewählt. Die Elternabende finden dennoch termingleich – und teilweise gemeinsam – mit der Partnerklasse statt. Bei der Terminauswahl für die Elternbeiratssitzung müssen die Elternvertreter der Stammschule die Elternabendtermine der Außenklassen berücksichtigen, damit sich die Eltern der Außenklassen problemlos beteiligen können.

Die Teilnahme und Mitwirkung der Außenklasseneltern in den Elterngremien der allgemeinen Schule sind nach Absprache möglich. Ein Stimmrecht besteht nicht.

Die Beteiligung und Teilnahme an Festen und Aktivitäten seitens der Eltern ist an beiden Schulen wünschenswert.

 

10.  Zusammenarbeit

In ihrem Schulalltag kooperiert eine Außenklasse schwerpunktmäßig mit ihrer Partnerschule (siehe Punkt 11), aber auch der Kontakt und die Zusammenarbeit mit der Stammschule spielen eine Rolle.

Warum ist die Kooperation zwischen Außenklasse und Stammschule wichtig?

  • Kontakte zu anderen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung knüpfen (peer-group)
  • Erfahrung machen, nicht immer „der Schwächste“ zu sein
  • Möglichkeiten Freizeitkontakte zu knüpfen (kann mit zunehmendem Alter und teils unterschiedlichen Interessen interessant werden)
  • Kennen lernen von Schule und SchülerInnen vor dem Hintergrund einer möglichen  Rückführung

 

Folgende Formen und Umsetzungen sind denkbar:

  • gemeinsamer Unterricht (aktuell: Schwimmunterricht)
  • Teilnahme an Ausflügen und Festen (z. B. Schulfest, Faschingsfeier, Europa-Park, Theaterbesuch)
  • Zusammenarbeit mit einer etwa gleichaltrigen Klasse der Stammschule (z. B. Schullandheimaufenthalt, gemeinsame Arbeit an Unterrichtsinhalten und Projekten, gegenseitige Besuche)

 

Die Außenklasse kooperiert zwar hauptsächlich mit einer festen Partnerklasse, ist jedoch im Schulalltag fester Bestandteil der Partnerschule und beteiligt sich an deren Aktionen aktiv:

  • Schulfeste
  • Projekttage
  • Theaterbesuche
  • Ausflüge
  • Fototermine
  • Sportveranstaltungen

Im Zentrum der Außenklassenarbeit steht die Kooperation mit einer festen Partnerklasse.

Die Art und Intensität der Zusammenarbeit von Außenklasse und Partnerklasse hängen von mehreren Faktoren ab:

  • In welcher Klassenstufe wird unterrichtet?
  • Welche individuellen Lern- und Verhaltensvoraussetzungen bringen die SchülerInnen (Partner- und Außenklasse) mit?
  • Wie funktioniert die Teamarbeit?
  • Wie kompromissbreit sind die Teammitglieder?
  • Welche Methoden kommen im Unterricht vorwiegend zum Einsatz?

 

11. Gemeinsamer Unterricht

Die folgenden Ausführungen stellen aus unserer Sicht und basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen ein sinnvolles und wünschenswertes Maß an Kooperation dar, das angestrebt werden sollte. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es keine pädagogischen Patentrezepte gibt, sondern schul- bzw. klassenbezogene Lösungen entwickelt werden müssen. Für diesen Entwicklungsweg ist die Akzeptanz von Zwischenergebnissen wesentlich förderlicher als der verzweifelte Versuch überzogene Erwartungen zu erfüllen. Es geht uns daher nicht darum, „um jeden Preis“ hundert Prozent gemeinsamen Unterricht zu machen, vielmehr können auch weniger, dafür gut vorbereitete und abgestimmte Kooperationsstunden gewinnbringend sein.

Gemeinsamer Unterricht findet – orientiert an den Lernvoraussetzungen und -be-dürfnissen der SchülerInnen (Außenklasse und Partnerklasse) – so oft wie es möglich und sinnvoll ist statt. Um Gemeinsamkeit als Normalität zu erleben ist jedoch ein Mindestmaß an regelmäßigem, gemeinsamem Unterricht und anderen gemeinsamen Aktivitäten notwendig.

Gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung soll – ganz im Sinne von Comenius „omnes omnia omnio docere“ (alle alles auf alle Arten lehren) –

allen SchülerInnen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt die Chance bieten, am gemeinsamen Inhalt und voneinander zu lernen. (Vgl. Gudjons, 1999) 

Gemeinsamer Unterricht unterscheidet sich im Prinzip nicht vom „allgemeinen Unterricht“ und benötigt daher keine besondere Didaktik. Nach Feuser (in Jantzen, 2000) beinhaltet der Gemeinsame Unterricht vier unabdingbare didaktische Momente:

-          eine Individualisierung, die sich logisch aus dem Entwicklungsstand und der Biographie des einzelnen Schülers
           und der einzelnen Schülerin ergibt. (Lebensbedeutsamkeit der Inhalte)

-          „Innere Differenzierung“

-          kooperative Tätigkeiten zur Schaffung von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung

-          Tätigkeit am gemeinsamen Gegenstand. (Damit ist nicht unbedingt ein dinglich sichtbarer Gegenstand gemeint,
           sondern ein gemeinsamer Zusammenhang, der dem Lernprozess der Schüler und SchülerInnen zugrunde liegt.)

Gemeinsamer Unterricht steht im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Gemeinsamkeit. Im Schulalltag gibt es vielfältige Möglichkeiten, diesem Spannungsfeld zu begegnen:

 

Individualisierung durch

Gemeinsamkeit durch

   

Differenzierung der Zeit

Gemeinsame Inhalte

Differenzierung des Umfangs

Gemeinsame Methoden

Differenzierung des Niveaus

Gemeinsame Nutzung der Medien

Differenzierung der Hilfe

Gemeinsame Lernorte

Differenzierung der Medien

Gemeinsame Orte zur Begegnung

Differenzierung der Ziele

Gemeinsame Lernzeiten

 

Gemeinsame Pausenzeiten

 

Gemeinsame Lehrerinnen und Lehrer

 

Gemeinsame Situationen mit emotionalen und sozialen Schwerpunkten

 

In offenen Unterrichtsformen lassen sich Individualisierung und Gemeinsamkeit am ehesten umsetzen:

-          Fächerverbindender Unterricht

-          Lernen an Stationen

-          Freie Arbeit

-          Wochenplan

-          Projekt- / projektorientierter Unterricht

-          Werkstattarbeit

-          …

(Vgl. Dippon & Schnitzler, 2008)

 

Für den integrativen Unterricht mit heterogenen Lerngruppen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Lernsituationen:

 

Lernsituation

Wie sieht das aus?

   

Frontale / gleiche Lernsituationen

„Alle tun das Gleiche“
In sozialer Interaktion können gleiche Ziele erreicht werden.

Kooperative / integrierende Lernsituationen

„Alle tun etwas für das gemeinsame Ziel“

Koopertive Tätigkeit am „gemeinsamen Gegenstand“ (Inhalt) mit gemeinsamem Ziel (Produkt)

Oder

Differenzierung der Ziele, Methoden und Medien bei gleichem Lerninhalt / Projektvorhaben

Präsentierende Lernsituationen

„Schüler(gruppen) präsentieren ihr Expertentum
Schülerexperten bringen ihre besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten ein

Koexistente Lernsituationen

„Jeder tut das Seinige“

Indiviualisierte, differenzierte Tätigkeiten der Schüler

Kommunikative / informelle Lernsituationen

„Jeder tut mit er wem was er tun möchte“

Betonung des sozialen Miteinanders in offenen Situationen

Unterstützende Lernsituationen

„Jeder tut das Seinige, zwischendurch hilft er jemand anderem“

Verbindung von individuellen Zielen mit geringer, helfender sozialer Interaktion

Helfende Lernsituationen

„Er tut das Seinige und ein anderer hilft dabei“

Individueller Inhalt mit umfassender helfender, sozialer Interaktion

oder

Lernpartner für ein anderes Kind sein

(Vgl. Sachsenheimer, frei nach Wocken)


Prinzipielle sonderpädgogische Grundsätze fließen verstärkt in den gemeinsamen Unterricht ein. Dies sind z. B. :

-          Schülerorientierung

-          Lebensweltorientierung

-          Individualisierung

-          Differenzierung

-          handelnd-aktives Lernen / Selbsttätigkeit

-          Selbst- und Mitbestimmung

-          Ganzheitlichkeit

-          Hoher Grad an Anschaulichkeit

-          Gliederung des Lernweges

-          Handlungsbegleitendes Sprechen

-          Handlungsorientierung

-          Dialogfördernde Aufgabenstellungen und Unterrichtsorganisation

-          Übung

 

Was sollte in jedem Fall gemeinsam gemacht werden?

-          Begrüßungs- und Abschlussrituale

-          Klassenrat

-          Wochenenderzählungen

-          Klassendienste

-          Pausen

-          Geburtstagsfeste

-          Unterrichtsexkursionen

-          Ausflüge

-          Schullandheim

-          Auftritte bei Schulfesten

-          …

 

Wann macht gemeinsamer Unterricht Sinn?

Grundsätzlich ist sinnvoller gemeinsamer Unterricht in jedem Fach möglich. In der Regel sollte dieser Unterricht vom Lernen am gemeinsamen Gegenstand geprägt sein. Aber auch die bewusste Entscheidung, die soziale Interaktion, das Gemeinsame und eben gerade nicht den Unterrichtsinhalt in den Vordergrund zu stellen, kann sinnvoll sein.

Für den gemeinsamen Unterricht am gemeinsamen Gegenstand eignen sich manche Fächer und Themen besser bzw. sind leichter zu differenzieren und individualisieren als andere. Besonders geeignet für gemeinsame Stunden ist die projektartige Auseinandersetzung mit einem Unterrichtsinhalt.

In der kooperativen Arbeit stellt sich immer wieder die Frage, wie man mit der großen Vielfalt und Vielzahl der Themen umgeht, die die SchülerInnen der Regelschulen zu bewältigen und zu bearbeiten haben. Diese Problematik verstärkt sich mit zunehmendem Alter der SchülerInnen und besonders durch das Fächer- und Fachlehrersystem an den weiterführenden Schulen. Daher gilt unserer Meinung nach: Manchmal ist weniger mehr!


Im Folgenden sind einige Themenbeispiele für kooperativen Unterricht aufgeführt.

-          Beispiel Rechnen: Mathematische Sachthemen wie „Geld“, „Uhr“ und „Geometrie – Formen und Körper“

-          Beispiel Deutsch, Klasse 1: Buchstabeneinführung als Chance, alle Buchstaben kennen zu lernen;
           Übungsphasen und Schwerpunktsetzung werden individuell angepasst

-          Beispiel Deutsch: Bildergeschichten, Gedichte und Lektüren bieten durch Elementarisierung bis in die höheren
           Klassen sinnvolle und altersangemessene Inhalte

-          Beispiel: Sachunterrichtliche Themen aus den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Geschichte und
           Gesellschaft

-          Beispiel: Themen aus Musik, Bildender und Darstellender Kunst

-          Beispiel: Sport mit den Schwerpunkten Erlebnis, Spiel und Bewegung

 

Wann macht getrennter Unterricht Sinn?

-          Ein täglicher Morgenkreis mit dem Schwerpunkt Datum, Wochentag, Stundenplan, Orientierung im Jahresverlauf
           ist für die Außenklasse zur Internalisierung zeitlicher und linearer Strukturen wichtig. Für die Partnerklasse ist
           dies spätestens ab der 2. Klasse nicht mehr notwendig und zeitlich nicht durchführbar.

-          Koexistente Lernsituationen können Teil des Alltags sein. Unterscheiden sich Ziele, Inhalte und Lernformen der
           beiden Klassen gravierend, muss allerdings gut überlegt werden, ob gemeinsamer Unterricht mit
           entsprechendhöheren Anpassungsanforderungen oder getrennter Unterricht in der Außenklasse sinnvoll ist.

-          In den Naturwissenschaften oder im Rechnen sind Bewegungsangebote, konkret-handelnde Lernsituationen und
           experimentelles Agieren für die SchülerInnen der Außenklasse wesentlich. Diese Anteile sind in den
           Partnerklassen deutlich geringer, der Schwerpunkt liegt für sie eher in der theoretischen Auseinandersetzung.

-          Beispiel Rechnen: Die Zahl an sich als gemeinsamer Unterrichtsgegenstand ist fragwürdig.

-          Auch im Bereich des Deutschunterrichts gibt es zunehmend Inhalte, die für die SchülerInnen der Außenklasse
           nur bedingt, ausschnittsweise oder überhaupt nicht relevant sind. Beispiele hierfür sind zum Teil der
           Grammatikunterricht, die Aufsatzerziehung, die Theorie der Gedichtinterpretation, …

-          Beispiel Bildergeschichten: Sinnvoll ist es, die Geschichte an sich als gemeinsamen Lerninhalt zu behandeln
           und je nach Situation einen gemeinsamen Einstieg zu gestalten. Für die Außenklasse wird im weiteren Verlauf
           der Einheit das Verstehen, Erzählen und Nachspielen der Geschichte den Schwerpunkt des Unterrichts
           darstellen, während es für die Partnerklasse dies nur ein kleiner Teil der Einheit darstellt. Sie setzt sich verstärkt
            mit Fragestellungen wie z. B. „Wie schreibe ich eine Einleitung?“, „Wie verwende ich verschiedene Adjektive um
           die Geschichte spannender zu gestalten?“ etc. auseinander.

-          Beispiel Grammatikunterricht: Einige grammatische Inhalte der Grundschulklasse können für die SchülerInnen
          der Außenklasse grundsätzlich von Bedeutung sein, jedoch im Regelfall erst in späteren Schuljahren.

-          Beispiel Sport: Bei Einzel- und Mannschaftswettbewerben können die SchülerInnen der Außenklassen meist
           nicht mithalten, dies kann sich auf einzelne SchülerInnen belastend auswirken.

 

12. Schwerpunkte der Förderung in einer Außenklasse

Vergleicht man die Unterrichtspraxis und Konzeptionen von Stammschule und Außenklasse, so zeigen sich einige deutliche Unterschiede in der Schwerpunktsetzung.

Viele, an der Stammschule explizite Unterrichtsinhalte und Förderbereiche laufen in der Außenklassenarbeit eher unterschwellig ab.

Dies zeigt sich ganz besonders, im Hinblick auf die ersten Schulbesuchsjahre. Während an der Stammschule das soziale Lernen (Arbeitsverhalten, Regelverständnis etc.) einen wichtigen Stellenwert einnimmt und in der Auseinandersetzung mit konkreten Inhalten geübt wird, stehen in der Außenklasse fachliche Inhalte im Vordergrund. Kompetenzen wie angemessenes Sozial- und Arbeitsverhalten werden in der Kooperation vorwiegend durch die Orientierung an entsprechenden, gleichaltrigen Rollenvorbildern erlernt. Dies hat jedoch auch zur Konsequenz, dass SchülerInnen, die sich nicht an gewisse sozialverträgliche und damit angepasste Verhaltensweisen (z. B. ständig stören, aggressiv werden, anspucken) halten können, in der Schulgemeinschaft auf Unverständnis bis hin zu Ablehnung stoßen können. Gleichzeitig werden gewisse Besonderheiten und Andersartigkeiten toleriert und im Rahmen der kooperativen Beschulung die Bereitschaft aller Beteiligten zur Toleranz erhöht.

Ganz klar im Vordergrund stehen im Unterricht der Außenklassen die Kulturtechniken sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit Sachthemen. Da sich der Unterricht der Außenklasse am Rhythmus der Regelschule orientiert, steht im schulischen Alltag für bestimmte notwendige Förderbereiche kaum Zeit zur Verfügung.
In diesen Bereichen muss die regelmäßige Förderung daher im Elternhaus stattfinden. Dies betrifft beispielsweise folgende Aspekte der Selbstversorgung: An- und Auskleiden, Tisch decken, Frühstück / Essen zubereiten, Umgang mit Messer und Gabel, Tischmanieren, Toilettentraining…

Eine weitere Anforderung, die sich aus dem „Regelschul-Rhythmus“ für das Elternhaus ergibt, ist das im Vergleich zur Stammschule in der Regel deutlich erhöhte Hausaufgabenpensum der Außenklassen.

 

13. Engagement der Eltern

Ebenso wie die Lehrkräfte und SchülerInnen sind auch die Eltern der AußenklassenschülerInnen zum Engagement an Stammschule und Partnerschule aufgefordert.

Die Eltern sind einerseits fester Bestandteil der Gremien an der Stammschule, andererseits ist ein Austausch mit den Gremien bzw. eine Zusammenarbeit mit den Eltern der Partnerschule sinnvoll. Präsenz und aktive Beteiligung an Schulfesten und anderen Aktionen beider Schulen sind erwünscht.

Aus unserer Sicht erscheint es wichtig, dass die Eltern der AußenklassenschülerInnen Kontakte zu anderen Eltern von Kindern mit Behinderung an der Stammschule pflegen.

 

Literatur

-          Dippon, C. & Schnitzler, J.: Gemeinsamer Unterricht - Außenklassen in der Sekundarstufe I. Handout der
           Landesarbeitsstelle Kooperation Stuttgart, 2008, 37 & 42.

-          GEW-Jahrbuch für Lehrerinnen und Lehrer – Schul- und Dienstrecht in Baden-Württemberg. Standardausgabe.
           Stuttgart, 2009, 686f.

-          Gudjons, H.: Pädagogisches Grundwissen. Bad Heilbrunn, 6/1999, 83.

-          Jantzen, W.: Möglichkeiten und Chancen des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten
           Kindern: didaktische Grundfragen. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 51 (2000), H. 2, S. 46-55.

-          Rhein, I. & Schamelnbach, P.: Medienpaket Kooperation. Foliensatz für Lehrerkonferenzen und Elternabende.
           Landesarbeitsstelle Kooperation, Baden-Württemberg. (www.schule-bw.de/schularten/sonderschulen
           /kooperation/medien-gesamt/Foliensatz/PDF/foliensatz.pdf
)

-          Schmalenbach, P.: Außenklassen. Häufige Fragen – Antworten. Landesarbeitsstelle Kooperation, Baden-
           Württemberg.

-          Verwaltungsvorschrift „Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen“ vom 22.
           August 2008, Punkt 5.2 Außenklassen (www.landesrecht-bw.de).

-          Zielke, G.: Zur Arbeit von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen im gemeinsamen Unterricht. In:
           Eberwein, H. / Knauer, S. (Hrsg.): Integrationspädagogik - Kinder mit und ohne Beeinträchtigung lernen
           gemeinsam. Ein Handbuch. Vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage. Weinheim und Basel
           6
/2002, 412-421.

 
  Weiterlesen: Außenklassen-Konzeption
Kategorie: Das sind wir

Inhalt:
1. Einleitende Worte
2. Zielsetzung
3. Strukturen der BVE
4. Inhalte der BVE
5. Methodik und Didaktik

 

1. Einleitende Worte

Die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) ist ein spezielles Angebot innerhalb der Berufsschulstufe.

 Unter der Federführung der Eduard-Spranger-Schule bieten wir in Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen Bretten, der Förderschule Diedelsheim und der Hohbergschule Bretten dieses Projekt primär für das Einzugsgebiet der Eduard-Spranger-Schule an. In Einzelfällen können auch SchülerInnen anderer (Förder-)Schulen aus dem grenznahen Einzugsgebiet aufgenommen werden.

 Die Berufsvorbereitende Einrichtung ist sowohl inhaltlich als auch strukturell darauf ausgerichtet, die SchülerInnen auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Arbeitsmarktrelevante Fähigkeiten und Kenntnisse werden in der Berufsvorbereitende Einrichtung konsequent erprobt und weiterentwickelt.

Wesentliche Aspekte sind dabei die Selbstständigkeit und die Eigenverantwortung der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. Entsprechend werden auch in der Berufsvorbereitenden Einrichtung Bereiche wie „Mobilitätstraining“ und „Trainingswohnen“  aufgegriffen und intensiv bearbeitet.

Von zentraler Bedeutung ist der Bereich der Zukunftsplanung. Dazu gehören die Auseinandersetzung der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen mit der (eigenen) Behinderung, die „Ich-Findung“ und damit verbunden die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung. Ohne diese Fähigkeit sind weder Selbstzufriedenheit noch eine für den Berufsalltag wesentliche adäquate Selbstständigkeit erreichbar.

 Die Berufsvorbereitende Einrichtung wird als Schulversuch nach § 22 Schulgesetz eingerichtet und durchgeführt. Grundlage hierfür ist die entsprechende Schulversuchsbestimmung zu BVE/KoBV (siehe Anlage) sowie das Eckpunktepapier zur Einrichtung von BVE/KoBV (siehe Anlage).

2. Zielsetzung

In der Berufsvorbereitenden Einrichtung wird an die Bildungsinhalte aus den vorangegangenen Stufen angeknüpft. In vielen Bereichen gibt es eine inhaltliche Überschneidung zu den Themen der Berufsschulstufe, wobei in der Berufsvorbereitenden Einrichtung die mögliche spätere berufliche Tätigkeit deutlich im Mittelpunkt steht. Alltagspraktische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen, wie sie z. B. im Rahmen von „Trainingswohnen“, „Mobilitätstraining“ und der „Freizeit-AG“ behandelt, erlebbar gemacht und weiterentwickelt werden, zielen daher in erster Linie darauf ab, die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen auf die berufliche Eingliederung vorzubereiten.

Obgleich der Schwerpunkt in der Berufsvorbereitenden Einrichtung klar auf die berufliche Tätigkeit ausgerichtet ist, werden zu keiner Zeit die anderen Felder des Erwachsenenlebens (u. a. die Bildungsbereiche „Selbstständige Lebensführung“ und „Natur, Umwelt, Technik“) ausgeklammert.

Die wesentliche Zielsetzung ist auch bei diesem Projekt, den Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ein sinnerfülltes Leben zu ermöglichen. Die Berufsvorbereitende Einrichtung setzt daher, wie die Berufsschulstufe, auf die grundlegenden Prinzipien der größtmöglichen Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.

Entsprechend gelten auch für dieses Projekt die für die Berufsschulstufe formulierten Ziele, jedoch mit sich aus der grundlegenden Ausrichtung auf die Berufstätigkeit ergebenden unterschiedlichen Schwerpunkten.


Die SchülerInnen sollen ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend dazu befähigt werden…

-          …sich in ihrem Leben selbst zu verwirklichen, Lebensfreude und Bestätigung zu empfinden.

-          …einen Arbeitsplatz einzunehmen und dabei persönliche Befriedigung zu erfahren.

-          …sich in der Öffentlichkeit zu orientieren, zu bewegen und öffentliche Einrichtungen in Anspruch zu nehmen.

-          …sich altersgemäß schrittweise von ihrer Familie zu lösen und in einer passenden Wohnform zu leben.

-          …freie Zeit nach ihren persönlichen Bedürfnissen zu gestalten, Freizeitangebote auszuwählen und zu nutzen.


Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Erkennen und (Weiter-)Entwickeln der eigenen Individualität. Die SchülerInnen sollen dabei unterstützt und angeleitet werden…

-          …sich der eigenen Stärken bewusst zu werden.

-          …persönliche Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

-          …sich die folgenden Fragen stellen zu können: Wie gehe ich mit mir selbst um? Wie gehe ich mit meiner
           Behinderung um?

-          …sich realistische Ziele setzen zu können.

-          …eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und umsetzen zu können.

-          ...mit Langeweile, Überforderung, Streit, schlechter Laune und ähnlichem umzugehen.


Auf der Basis der oben genannten Fähigkeiten soll im Rahmen der Berufsvorbereitenden Einrichtung u. a. eine realistische Perspektive im beruflichen Bereich entwickelt werden. In der Berufsvorbereitenden Einrichtung sollen die SchülerInnen daher zentrale Felder des möglichst selbstständigen Erwachsenenlebens bearbeiten und so schrittweise auf Anschlussmaßnahmen zur Eingliederung auf den ersten Arbeitsmarkt (z. B. KoBV, UB) vorbereitet werden.

Diese Zielsetzung im Blick, kommt der Ermöglichung von Praxiserfahrungen (vielseitige und möglichst längerfristige Praktika) sowie der Vermittlung so genannter Schlüsselqualifikationen ein besonderer Stellenwert zu. Letztere stellen die Grundlage für eine mögliche berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt dar. Für die Teilhabe am Berufsleben gilt es daher folgende personale und soziale Aspekte von Arbeit auszubilden bzw. zu stärken:

-          Pünktlichkeit

-          Zuverlässigkeit & Ehrlichkeit

-          Motivation

-          Team- und Konfliktfähigkeit

-          Ordnung & Sorgfalt

-          Pflichtbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft

-          Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen

-          Ergebnisqualität

-          Ausdauer

-          Flexibilität

 

3. Strukturen der Berufsvorbereitenden Einrichtung

Die oben genannten Ziele sowie die Bedürfnisse der SchülerInnen gerade in dieser speziellen (Übergangs-)Zeit – zwischen Jugend und Erwachsenenleben einerseits sowie Schule und Erwerbstätigkeit andererseits – fest im Blick haltend, haben wir für unsere Berufsvorbereitende Einrichtung gewisse Strukturierungen ausgearbeitet bzw. ausgewählt. Diese entsprechen den konzeptionellen Vorgaben, tragen organisatorischen und räumlichen Aspekten sowie den an die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gestellten (zukünftigen) Erwartungen Rechnung und sollen nicht zuletzt den Bedürfnissen der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gerecht werden.

Kontinuität, Vertrautheit und individuelle Ansprache sind für unsere SchülerInnen nicht zu unterschätzende Faktoren, die ihnen in vielen Situationen erst die Auseinandersetzung mit Inhalten oder Materialien ermöglichen. Gleichzeitig ist es im Hinblick auf einen zukünftigen Arbeitsplatz ebenso wie auf die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag wichtig, dass die SchülerInnen sich auf Veränderungen, wechselndes Personal, unterschiedliche Verhaltensweisen von Lehrkräften und Vorgesetzten einstellen und damit umgehen können.

Die vielfältigen Inhalte aus ganz verschiedenen Themenbereichen bedürfen einer Strukturierung, die es den SchülerInnen ermöglicht, sich der Zusammenhänge bewusst zu werden: Worum geht es? In welchen Bereichen kommt dieses Thema zum tragen? Wie setze ich diesen Inhalt in meinem Alltag ein?

Auch diesen Aspekt haben wir versucht so weit als möglich in unsere Planung einzubeziehen.

Neben den eben genannten, spielten noch weitere Überlegungen eine Rolle: Welche Struktur ermöglicht es uns, allen SchülerInnen einen ähnlichen Themenablauf zu bieten und gleichzeitig auf ihre individuellen Förderbedürfnisse und Fähigkeiten einzugehen? Wie lässt sich die Praktikumsbegleitung gestalten und parallel zu einer Unterrichtsgruppe stimmig organisieren? Wie können befristete und durchgängige Themen, wie abgeschlossene und wiederkehrende Themen in einen sinnvollen und sich entwickelnden Ablauf gebracht werden?

Dem letzten Aspekt kommt dabei besondere Bedeutung bei, vor dem Hintergrund, dass Gelegenheiten für Praktika möglichst voll ausgeschöpft werden sollen und der Unterricht sich in der Folge bei jedem Schüler/bei jeder Schülerin individuell danach ausrichten muss.


Die im Folgenden dargestellte Strukturierung unserer Berufsvorbereitenden Einrichtung ist das Ergebnis all dieser Überlegungen und der damit verbundenen Abwägungen.

 

3.1.           Die Räumlichkeit

Die Berufsvorbereitende Einrichtung ist mit ihren ein bis zwei Klassen in den Räumlichkeiten unserer Stammschule untergebracht.

Die Entscheidung für eine Berufsvorbereitende Einrichtung in unserer Stammschule ist vor allem auf dem folgenden Gedanken begründet: Wir möchten „Inklusion“ nicht als einseitige Bewegung („Unsere starken, fitten SchülerInnen gehen raus aus der Schule und werden so in die Gesellschaft inkludiert.“) verstehen, sondern über die schrittweise Öffnung unserer Schule für SchülerInnen anderer Schularten sowohl angemessene Förderung und Herausforderung für die „fitten“ als auch Anregungen und Vorbilder für unsere „schwächeren“ SchülerInnen schaffen.

Dabei sind wir uns der Grenzen des schulisch Möglichen, gerade im Hinblick auf die schrittweise Vorbereitung auf eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes bewusst.

Um für diese Anforderungen angemessen gewappnet und mit den notwendigen Erfahrungen sowie Fähigkeiten ausgestattet zu sein, ist die Erweiterung des Lernraumes über die Schule hinaus unabdingbar. Da im Rahmen der Berufsvorbereitenden Einrichtung Praktika als feste, möglichst regelmäßige und vielseitige Bestandteile vorgesehen sind, können wir mit unserem Konzept diese Ansprüche jedoch durchaus erfüllen.

Für die Verortung an unserer Schule sprechen zudem sowohl personelle als auch organisatorische Aspekte.

Eine gewisse Vernetzung von Berufsschulstufe und Berufsvorbereitender Einrichtung ermöglicht es uns, möglichst alle für die SchülerInnen individuell bedeutsamen Inhalte abzudecken, da mehr Lehrkräfte eine größere Themenvielfalt anbieten können. Gleichzeitig können wir durch eine solche Zusammenarbeit sicherstellen, dass sowohl die Praktika intensiv begleitet sind als auch der Unterricht stimmig und konstant auf die jeweils an der Schule befindlichen SchülerInnen ausgerichtet ist.

Durch die räumliche Verortung an der Stammschule ergibt sich außerdem die Möglichkeit, die SchülerInnen im Rahmen unserer Schülerfirma an verschiedene Arbeitsbereiche (Gartenarbeiten, Hausmeistertätigkeiten, Bauhofarbeiten etc.) heranzuführen und gezielt auf verschiedene Praktikumsstellen vorzubereiten. Zeitweise können über diese Schülerfirma auch fehlende Praktika mit praktischen Auftragsarbeiten samt Kundenkontakt überbrückt werden.

Für jede BVE-Klasse steht an der Stammschule ein eigenes Klassenzimmer zur Verfügung. Zusätzlich können die Werk- und Fachräume (Verteilerküche, PC-Raum etc.) entsprechend genutzt werden.

Die Frage der genauen räumlichen Unterbringung, voraussichtlich im oberen HSII-Flügel, bedarf noch der schulinternen Klärung. Dabei gilt es sowohl mögliche und sinnvolle räumliche Umstrukturierungen in Bezug auf die anderen Stufen zu überdenken als auch konzeptionelle Aspekte, wie z. B. die Vernetzung von Berufsschulstufe und Berufsvorbereitende Einrichtung einzubeziehen. Ideal für das von uns angedachte Konzept wäre die Einrichtung eines BSS-BVE-Flügels (z. B. im oberen HSII-Flügel). Eine entsprechende Umsetzung wird derzeit abgewogen und überlegt.

 

3.2.           Der Anschluss

Grundsätzlich ist die Berufsvorbereitende Einrichtung so angelegt, dass sie sich direkt an die 9. Klasse der Förderschule bzw. an die Hauptstufe II anschließt.


Es gibt an unserer Schule im Anschluss an die Hauptstufe II (9. Klasse) einerseits die drei- bzw. vierjährige Berufsschulstufe und andererseits die zwei- bzw. dreijähri-

ge Berufsvorbereitende Einrichtung.

Die beiden Angebote verlaufen parallel zueinander, es gibt jedoch gewisse konzeptionelle Verbindungen (siehe „3.4. Die Vernetzung“).

Die Schulversuchsbestimmung formuliert klar eine Durchlässigkeit von bzw. zur Berufsschulstufe. Daher besteht für die SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte in begründeten Fällen die Möglichkeit, zunächst die Berufsschulstufe zu besuchen und sich dort auf die speziellen Anforderungen der Berufsvorbereitenden Einrichtung gerade im Hinblick auf die Selbstständigkeit, die Persönlichkeitsentwicklung und die Schlüsselqualifikationen vorzubereiten.

Ein Wechsel in die Berufsvorbereitende Einrichtung ist im Einvernehmen aller Beteiligten der Berufswegekonferenz jederzeit, idealerweise zum Schuljahr bzw. Schulhalbjahr möglich.

 

3.3.           Der Rhythmus

Die Berufsvorbereitende Einrichtung ist auf zwei Jahre ausgelegt, entsprechend haben wir uns grundsätzlich für einen zweijährigen Rhythmus in Bezug auf die Inhalte und den Aufbau entschieden. Dieser kann bei einer Schulzeitverlängerung im Einzelfall jederzeit auf einen dreijährigen Rhythmus ausgedehnt werden.

Die Verlängerung der Schulzeit im Rahmen der Berufsvorbereitenden Einrichtung sollte unserer Meinung nach nicht die Regel sein, sondern nur in pädagogisch begründeten Fällen und im Einvernehmen mit allen Beteiligten der Berufswegekonferenz erfolgen.

Bei einer Verlängerung ist zu bedenken, dass die Anschlussmaßnahme KoBV auf maximal 18 Monate begrenzt ist. Bestehen Zweifel, dass ein Jugendlicher bzw. junger Erwachsener sich innerhalb dieses Zeitraums die entsprechenden Kompetenzen für den allgemeinen Arbeitsmarkt aneignen kann, sollte die Berufswegekonferenz gegebenenfalls eine Verlängerung erwägen.

Ein Wechsel in die KoBV ist im gegenseitigen Einvernehmen aller Beteiligten der Berufswegekonferenz zu jedem Zeitpunkt möglich. Voraussetzung dafür ist einzig die Annahme, dass der/die Jugendliche bzw. junge Erwachsene innerhalb der maximal 18 Monate erfolgreich in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert werden kann.

3.4.           Die Vernetzung

Die Angebote von Berufsschulstufe und Berufsvorbereitender Einrichtung laufen grundsätzlich parallel zueinander ab. Beide Angebote haben jeweils eigene Klassenzimmer, hauptverantwortliche Lehrkräfte und einen eigenen Stundenplan.

Wir sehen in einer gewissen Vernetzung der beiden Angebote jedoch einen Vorteil für alle SchülerInnen.

Einerseits bleibt für die BerufsschulstufenschülerInnen die Möglichkeit des partizipierenden Lernens und des Lernens an Vorbildern erhalten bzw. wird durch die FörderschülerInnen sogar noch erweitert. Andererseits bietet die Schülerfirma der Berufsschulstufe den SchülerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung eine gute Möglichkeit, sich auf einzelne Arbeitsfelder und Praktika vorzubereiten.

Zudem entstehen im Schulalltag viele Situationen, in denen unsere SchülerInnen und die SchülerInnen, die von außen kommen, wechselseitig voneinander lernen können.

Die Vernetzung der Lehrkräfte von Berufsschulstufe und Berufsvorbereitender Einrichtung kann in Bezug auf zahlenmäßig und inhaltlich klar umrissene Unterrichtsangebote die Differenzierungsmöglichkeiten für alle SchülerInnen verbessern.

Im (Schul-)Alltag werden die beiden Gruppen der Berufsvorbereitenden Einrichtung jedoch zu gemeinsamen Besprechungen (Planung von Arbeitsaufträgen und Praktika, Austausch von Informationen etc.) und vor allem in Bezug auf Unterrichtsinhalte (Wahlangebote etc.) zusammenarbeiten. Dies ermöglicht es uns auch in einer so kleinen Struktur wie der unseren (2 BVE-Klassen à ca. 6 SchülerInnen) für jeden Einzelnen ein individuelles und möglichst gewinnbringendes Unterrichts- und Förderangebot zu machen.

An Schulfesten, Ausflügen, Schullandheimen, Elternabenden etc. werden die beiden Gruppen als Einheit auftreten.

 

3.5.           Die Organisation

Die Berufsvorbereitende Einrichtung ist organisatorisch unter anderem auf Grund inhaltlicher sowie aufeinander aufbauender Strukturen in zwei Gruppen – Gruppe A und Gruppe B – eingeteilt.

Dabei entspricht die Gruppe A dem ersten BVE-Jahr, die Gruppe B dem zweiten BVE-Jahr. SchülerInnen, die ein drittes Jahr im BVE absolvieren, werden entsprechend ihrer individuellen Förderbedürfnisse einer Gruppe zugeordnet. Dabei sind durchaus auch mehrere Gruppenwechsel innerhalb eines Schuljahres denkbar.

Die Schwerpunkte der beiden Gruppen ergeben sich in Anlehnung an das „3-Phasenmodell“ (nach Prof. Dr. Trost, PH Reutlingen) wie folgt: Die Gruppe A umfasst die sogenannte „Orientierungsphase“. Hier geht es zunächst darum, im Rahmen von schulinternen Arbeitsprojekten, Betriebserkundungen und kürzeren Betriebspraktika die Fähigkeiten („Talente“) der SchülerInnen zu entdecken, diese mit der Realität auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzugleichen und die Schlüsselqualifikationen auszubauen. Die Gruppe B befindet sich in der sogenannten „Erprobungsphase“, in der die SchülerInnen ihre Fähigkeiten durch erweiterte und möglichst längerfristige Praktika ausbauen. Zudem sollen sie durch die bereits gemachten Arbeitserfahrungen ihre Auswahlmöglichkeiten auf der Basis sowohl ihrer Fähigkeiten als auch ihrer Interessen konkretisieren. In der Folge wird das Praktikum im bisherigen Betrieb schrittweise erweitert oder eine neue Praktikumsstelle gesucht.

Für beide Gruppen wird ein individuelles Curriculum erstellt, das sowohl die Bereiche „Zukunftsplanung“ (Selbstständigkeit, Mobilität, Wohnen, Bewerbung, Sozialkontakte etc.) als auch „Berufskunde“ (Schlüsselqualifikationen, Gefahren am Arbeitsplatz, fachspezifische Grundlagen etc.) umfasst.


3.6.           Das Curriculum

Der Unterrichtsumfang in der Berufsvorbereitenden Einrichtung orientiert sich am Unterrichtsangebot der Schule für Geistigbehinderte und umfasst damit bis zu 34 Wochenstunden.

Grundlage für die Unterrichtsinhalte in der Berufsvorbereitenden Einrichtung sind die Bildungspläne der Schule für Geistigbehinderte sowie der Förderschule. Ergänzend dazu werden die 14 Module der „Handreichungen zur Konkretisierung des Bildungsplans der Schule für Geistigbehinderte - BVE und KoBV“ hinzugezogen.


Auf der Basis dieser Dokumente wird von den beteiligten Schulen bzw. dem BSS-/ BVE-Team für jede Gruppe ein individuelles, inhaltliches Curriculum erarbeitet.

 

3.7.           Die Themenschwerpunkte

Im Unterricht der Berufsvorbereitenden Einrichtung sind die Bildungsbereiche „Sprache-Deutsch“ und „Mathematik“ nicht mehr explizit aufgeführt. Die vorhandenen Kenntnisse im Bereich der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) werden vielmehr im direkten alltagspraktischen Bezug sowie im Rahmen der Bearbeitung von Themenbereichen gefestigt und erweitert. Dadurch wird die Bedeutsamkeit dieser Inhalte für die SchülerInnen besonders ersichtlich. Zudem wenden sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Situationen an, mit denen sie in ihrem Alltag sowie in ihrer Berufszeit konfrontiert werden.

Inhaltlich gliedert sich die „Handreichung zur Konkretisierung des Bildungsplans der Schule für Geistigbehinderte - BVE und KoBV“ in 14 Module. Diese umfassen folgende Inhalte:

-          Lebensordner (Modul 1)

-          Mobilität (Modul 2)

-          Umgang mit Ämtern und Behörden (Modul 3)

-          Umgang mit Geld (Modul 4)

-          Wohnen (Modul 5)

-          Partnerschaft / Sexualität (Modul 6)

-          Umgangsformen (Modul 7)

-          Demokratische Grundregeln (Modul 8)

-          Freizeitgestaltung ((Modul 9)

-          Ichfindung (Modul 10)

-          Gesundheit (Modul 11)

-          Arbeit (Modul 12)

-          Technologie - Materialkunde, Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit; Einsatz und Tätigkeiten reflektieren und
           verbalisieren (Modul 13)

-          Umgang mit Medien (Modul 14)

 

Der Unterricht in der Berufsvorbereitenden Einrichtung erfolgt in der Regel in Unterrichtsblöcken zu je 2 Stunden, wie dies auch in der Grund-, Haupt- und Berufsschulstufe der Fall ist.

Für Arbeiten der Schülerfirma und bestimmte Themenbereiche werden immer wieder auch ganze Arbeitstage gebraucht. Diese werden dann entsprechend der Gegebenheit strukturiert. Zu besonderen Anlässen kann auch eine teilweise Unterrichtsverlegung in den Abend erfolgen.

 

3.8.           Die SchülerInnen

Die Zielgruppe für das Angebot der Berufsvorbereitenden Einrichtung sind SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte und wesentlich behinderte AbsolventInnen der Förderschulen sowie der Sonderschulen mit entsprechenden Bildungsgängen, die auf Grund ihrer Persönlichkeitsentwicklung Potentiale aufweisen, mit entsprechender Förderung und schrittweiser Anbahnung erfolgreich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein zu können.

(Vgl. „Schulversuchsbestimmung nach §22 SchG für BVE/KoBV“.)

Neben diesen grundsätzlichen Voraussetzungen werden in der Schulversuchsbestimmung zu BVE/KoBV weitere Teilnahmevoraussetzungen aufgeführt. Auf der Basis dieser Punkte haben wir für unsere Berufsvorbereitende Einrichtung folgende Aufnahmekriterien formuliert:

-          hohe Eigenmotivation, Interesse und Anstrengungsbereitschaft

-          realistische Selbsteinschätzung und eine darauf resultierende adäquate Selbstständigkeit

-          Mobilität

-          angemessenes Sozialverhalten

-          klar erkennbare Schlüsselqualifikationen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Ausdauer, Kritikfähigkeit
           etc.)

-          Akzeptanz einer etwaigen Ablehnung zum Ende der Probezeit

Diese aus unserer Sicht wesentlichen Kriterien müssen die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen erfüllen, um die Berufsvorbereitende Einrichtung erfolgreich durchlaufen und über eine Anschlussmaßnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt bzw. unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes beschäftigt werden zu können.

Die erfolgreiche Teilnahme in der Berufsvorbereitenden Einrichtung hängt jedoch noch von zwei weiteren Faktoren ab:

-          der Bereitschaft, zu akzeptieren, dass die Praktika in der Berufsvorbereitende Einrichtung in der Regel
           unentgeltlich sind und dass Entlohnungsansprüche gegenüber Betreiben nicht geltend gemacht werden können.

-          der Bereitschaft, sich im Rahmen der Praktika auf die betrieblichen Anforderungen (je nach Auftragslage auch
           mal etwas länger zu arbeiten, Wetterbelastungen zu akzeptieren etc.) einzustellen.

 

3.9.           Das Aufnahmeverfahren

Es gibt einen klar strukturierten Ablauf für das Aufnahmeverfahren in die Berufsvorbereitende Einrichtung unserer Schule. Diese Planung soll gewährleisten, dass der durchaus vielschrittige Prozess vom ersten Anschreiben der Kooperationsschulen bis hin zum Abschluss des Aufnahmevertrags für alle BewerberInnen und Beteiligten transparent gemacht und in der zeitlichen Anordnung eingehalten wird.

Die Intention, die hinter diesem Aufnahmeverfahren steckt, ist, die BewerberInnen möglichst gut kennen zu lernen und möglichst viele Einschätzungen in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und Problembereiche zu erhalten, um für die Aufnahmeentscheidung ein gutes Fundament zu haben und die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen im nächsten Schritt angemessen und individuell fördern zu können.

Bereits im Vorfeld (März des Vorjahres) möchten wir interessierte SchülerInnen und Eltern im Rahmen eines Informationsabends an den kooperierenden (Förder-)Schulen über unsere Konzeption und unser Angebot informieren.

Das eigentliche Aufnahmeverfahren beginnt dann ein Schuljahr vor Beginn der BVE-Maßnahme. Zunächst werden die Kooperationsschulen angeschrieben, woraufhin diese mögliche BewerberInnen für die Berufsvorbereitende Einrichtung auswählen und für jeden dieser SchülerInnen eine Kompetenzanalyse ausfüllen. Dieses Formular soll zusammen mit einem kurzen Bewerbungsschreiben der SchülerInnen an uns zurück gesendet werden. Der Abgabetermin für diesen Rücklauf ist der letzte Schultag vor den Herbstferien.

In der Zeit zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien werden die eingegangenen „Kompetenzanalysen“ von unserem BSS-/BVE-Team durchgesehen, eventuell eine erste Vorauswahl getroffen und die betreffenden BewerberInnen samt Eltern zu einem Vorstellungsgespräch in unsere Schule eingeladen. Dieses Bewerbungsgespräch führt die Schulleitung zusammen mit einem Vertreter des BSS-/BVE-Teams durch, wobei die Schule ergänzende Informationen mittels einer Checkliste erfragt und die Eltern ebenfalls Gelegenheit für Fragen haben. Im Rahmen dieses Gesprächs wird der BVE-Vertrag gemeinsam mit den Eltern besprochen, damit diese über die von uns gesetzten Erwartungen informiert sind und diese in ihre Entscheidung mit einbeziehen können.


Nach den Weihnachtsferien werden die BewerberInnen für eine bzw. bis zu drei Probewochen an unsere Schule eingeladen. Im Ablauf orientieren sich diese Probetage am normalen Schulalltag. Damit sind alle Bereiche (Schülerfirma, Unterricht, Pausen, Freizeit etc.) abgedeckt. Am Ende der Probewochen reflektieren die SchülerInnen gemeinsam mit dem BSS-/BVE-Team über die gemeinsame Zeit.

Auf der Basis der Erkenntnisse, die im Rahmen der „Probewochen“ gesammelt wurden, sollen noch vor den Winterferien Gespräche mit den abgebenden KlassenlehrerInnen geführt werden. Diese Gespräche sind nicht in allen Fällen verbindlich. Sie sind jedoch gerade in „schwierigen Fällen“ eine gute Möglichkeit, um weitere Einschätzungen in Bezug auf die SchülerInnen zu erhalten.

Nach den Winterferien wird die Entscheidung über die Aufnahme in die Berufsvorbereitende Einrichtung unserer Schule getroffen. Entscheidungsgrundlage sind dabei alle gesammelten Informationen und Eindrücke in Bezug auf die BewerberInnen. Im Anschluss daran finden die Elterngespräche und damit der Vertragsabschluss statt. Das Aufnahmeverfahren soll bis zu den Osterferien abgeschlossen sein.

In einzelnen Fällen kann es sinnvoll sein, kurz vor Ende des Schuljahres noch ein „Übergabegespräch“ mit der abgebenden Schule zu machen.


Das oben geschilderte Aufnahmeverfahren gilt im Wesentlichen für die SchülerInnen, die von anderen Schulen zu uns an die Berufsvorbereitende Einrichtung kommen möchten.


Die für die Berufsvorbereitende Einrichtung in Frage kommenden SchülerInnen unserer Schule - der Hauptstufe II bzw. der Berufsschulstufe - werden von den jeweiligen KlassenlehrerInnen in enger Absprache mit dem BSS-/ BVE-Team ausgewählt. Ob und in welchem Rahmen bei diesen Probetage, die verschiedenen Elterngespräche etc. eingeplant werden, hängt von den abgebenden Lehrkräften sowie dem BSS-/BVE-Team ab.

Der Ablauf des Aufnahmeverfahrens kann bei unseren SchülerInnen vom festgeschriebenen in einzelnen Punkten abweichen.

Die ersten sechs Monate der Berufsvorbereitenden Einrichtung zählen als Probezeit, die mit der ersten Lernwegekonferenz abgeschlossen wird.

 

Die zeitlichen Fristen sind zunächst ein Orientierungsrahmen. Inwiefern sich diese Fristen einhalten lassen bzw. diese für uns und für die kooperierenden Schulen sinnvoll und umzusetzen sind, muss die Praxis zeigen.

 

3.10.       Der Schülerstatus

Die Schulversuchsbestimmung trifft klare Aussagen bezüglich des Schülerstatus‘ der verschiedenen Schülergruppen.

Die SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte bleiben auch in der Berufsvorbereitenden Einrichtung weiterhin SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte.

Die SchülerInnen der Förderschule (und anderer Schulen mit entsprechendem Bildungsgang) werden SchülerInnen der beteiligten Beruflichen Schule. Sie erfüllen die damit verbundene Berufsschulpflicht im Rahmen der Berufsvorbereitenden Einrichtung. Unterrichtsort ist für die FörderschülerInnen der Standort dieser Maßnahme, in unserem Fall die Stammschule der Eduard-Spranger-Schule.

Aus der Zugehörigkeit der SchülerInnen ergeben sich entsprechend die Zuständigkeiten für ihre Zeugnisse.

Die SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte erhalten ein Zeugnis unserer Schule. Die SchülerInnen der Förderschule erhalten dagegen ein Zeugnis der Beruflichen Schule. Diese Berufsschulzeugnisse orientieren sich dabei für die BVE-TeilnehmerInnen inhaltlich und strukturell an den Zeugnissen der Schule für Geistigbehinderte.

 

3.11.       Die Lehrkräfte

Unsere Berufsvorbereitende Einrichtung ist ein kooperatives Angebot der Eduard-Spranger-Schule für Geistigbehinderte, der Pestalozzi-Schule in Diedelsheim, der Hohbergschule Bretten und der Beruflichen Schulen Bretten.

Entsprechend sind in unseren BVE-Klassen sowohl sonderpädagogische Lehrkräfte als auch BerufsschullehrerInnen tätig.

Aus dem unterschiedlichen Schülerstatus der BVE-TeilnehmerInnen ergibt sich auch eine gemeinsame Verantwortung von Lehrkräften der beteiligten Schulen. Dabei sind vor allem die federführende Schule (in diesem Fall wir) sowie die Beruflichen Schulen gefordert.

Die Schulversuchsbestimmung formuliert folgende Regelung: Die Anzahl der Lehrerwochenstunden für die SchülerInnen der Schule für Geistigbehinderte ergeben sich aus dem Organisationserlass. Die Zahl der Lehrerwochenstunden (LWS), die die Berufliche Schule beiträgt, setzt sich aus mindestens 6 LWS für den ersten und je mindestens 3 LWS für jeden weiteren Förderschüler zusammen. Wie viele Lehrerwochenstunden die Berufliche Schule im einzelnen Schuljahr tatsächlich beiträgt, wird in der gemeinsamen Kooperationsvereinbarung ausgehandelt und festgehalten.

 

4. Inhalte der Berufsvorbereitenden Einrichtung

4.1.           Die wesentlichen Angebote der Berufsvorbereitenden Einrichtung

Die Unterrichtsinhalte, die im Rahmen eines Curriculums für jede BVE-Klasse individuell erarbeitet bzw. zusammengestellt werden, greifen wesentliche Themen zum Selbstständigen Leben, zu Arbeit und zur Gesellschaft auf.

Die genauen Inhalte und Schwerpunkte sind den Punkten 3.6 „Das Curriculum“ und  3.7 „Die Themenschwerpunkte“ zu entnehmen.

Hier geht es v. a. um die weiteren wesentliche Bestandteile, die in der Berufsvorbereitenden  Einrichtung angeboten werden. Diese zahlreichen Handlungsfelder und Angebote  in der Berufsvorbereitenden Einrichtung sollen die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen zu selbstbestimmtem Handeln und zur größtmöglichen Teilhabe an gesellschaftlichem Leben führen. Einige dieser Angebote werden gruppenübergreifend, das heißt von allen SchülerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung bearbeitet.

 

4.1.1.     Die Trainingswohnung - Leben und Wohnen

In der vom Landkreis angemieteten Trainingswohnung (Münzesheim) lernen die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, sich in einer fremden Umgebung zurecht zu finden und möglichst selbstständig den Alltag zu bewältigen. Entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten und mit jeweils angemessener Begleitung bzw. Unterstützung gestalten die SchülerInnen den Tagesablauf selbst. Dazu gehört die Wohnungspflege (z. B. Putzen, Spülen) ebenso wie die Organisation der Hausarbeiten (z. B. Einkaufen, Kochen) und des persönlichen Bereichs (z. B. Duschen, Freizeit).

Das Trainingswohnen ist ein hervorragendes Erprobungsfeld im Hinblick auf die Selbstständigkeit der jungen Erwachsenen: Sie planen und handeln in Alltagssituationen, machen Fehler, erfahren Konsequenzen und lernen Probleme möglichst selbstständig bzw. ohne Hilfe zu lösen.

An den Vorbereitungen, der Durchführung sowie der anschließenden Reflexion des Trainingswohnens sollen alle SchülerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung mindestens einmal im Schuljahr teilnehmen.

Dabei variiert der Betreuungsgrad durch die Lehrkräfte je nach Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit der SchülerInnen. Um eine möglichst reale Situation zu schaffen, findet während des Trainingswohnens der Schulbesuch regulär statt, die SchülerInnen kommen von der Trainingswohnung mit öffentlichen Verkehrsmittel in die Schule und gehen im Anschluss wieder dorthin zurück.

 

4.1.2. Der Catering-Service

Im Rahmen der Schülerfirma können auch die TeilnehmerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung zu Einsätzen für den Catering-Service eingeteilt werden. Die zahlreichen Catering-Aufträge für die Bewirtung ganz unterschiedlicher Veranstaltungen (z. B. Vernissagen, Geburtstage, Schulfeste) sollen den jungen Erwachsenen zusätzliche Arbeitserfahrungen im hauswirtschaftlichen Bereich ermöglichen.

Alle SchülerInnen sind dabei in den Beschaffungs- und Produktionsprozess eingebunden, helfen beim Einkaufen, Backen, Waschen, Vorbereiten, Zusammenstecken, Packen etc. Nach Abschluss der Vorbereitungen bildet sich dann ein stetig wechselndes Team aus SchülerInnen der Berufsschulstufe, der Berufsvorbereitenden Einrichtung und Lehrkräften. Dieses Team fährt zu den Veranstaltungsorten, richtet die Platten her, baut Büffets auf, serviert Häppchen und/oder schenkt Getränke aus.

Im Rahmen der Arbeit rund um die Caterings lernen die SchülerInnen neben hauswirtschaftlichen Tätigkeiten auch den Umgang mit Kunden sowie angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus werden sie in den Bereichen Service, persönliche und betriebliche Hygiene etc. geschult. Ein besonderer, nicht zu unterschätzender Aspekt der Catering-Tätigkeit ist die Erfahrung von Lob und Anerkennung.

 

4.2.           Die Schülerfirma

Um die Jugendlichen auf das nachschulische Leben vorzubereiten, findet der  Unterricht in wirklichkeitsnahen, handlungsorientierten Erprobungsfeldern statt. Zu diesem Zweck wurde unsere Schülerfirma für die Berufsschulstufe gegründet.


Die Schülerfirma bietet sowohl für die SchülerInnen der Berufsschulstufe als auch der Berufsvorbereitenden Einrichtung viele verschiedene und wichtige Erfahrungsmöglichkeiten und Erprobungsfelder.

Mit den anstehenden Aufgaben, die von der Schulgarteninstandsetzung (z. B. Gartenweg pflastern, Rasen sähen) über Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasen mähen, Unkraut jäten), einfache handwerkliche Arbeitsaufträge (z. B. Ytong-Mauerbau, Gartenweg pflastern), Arbeiten im Kfz-Bereich (z. B. Reifenwechsel) bis hin zum Catering-Service und Geschirrverleih (siehe oben Punkt 4.1.3.) sowie einfache Dienstleistungsangebote für Senioren erstrecken, ist die Schülerfirma ein wichtiger Bestandteil unserer BVE-Konzeption. Die SchülerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung können hier erste Erfahrungen in für sie neuen Tätigkeitsbereichen machen, bestimmte im Rahmen eines Praktikums geforderte Fähigkeiten üben und erweitern und zudem in Zeiten, in denen sie keine Praktikumsstelle haben, weiterhin qualifiziert ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten ausbauen und verbessern.

 

4.3.           Die wesentlichen Aspekte der Berufsvorbereitenden Einrichtung

4.3.1.     Der Unterricht

Der Unterricht in der Berufsvorbereitenden Einrichtung wird auf der Grundlage des Bildungsplans der Schule für Geistigbehinderte sowie der 14 Module in Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse der SchülerInnen und der berufkundlichen Aspekte geplant und durchgeführt.

(Siehe Punkte 3.6. „Das Curriculum“ und 3.7. „Die Themenschwerpunkte“)

 

4.3.2.     Die Praktika

In Orientierung am „3-Phasenmodell“ ist die Berufsvorbereitende Einrichtung so ausgerichtet, dass sich der Schwerpunkt der Ausbildung im Laufe der zwei- bis drei Jahre sowie in der daran anschließenden Maßnahme (z. B. KoBV) schrittweise von  Schule und Tätigkeiten im Rahmen der Schülerfirma hinein in die Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes verlagert.

Die Schulversuchsbestimmung lässt in Bezug auf das Curriculum der BVE-Klassen für Praktika fast alle Möglichkeiten offen. In unserer Konzeption messen wir der betrieblichen Tätigkeit in der realen Situation eine sehr große Bedeutung zu. Um dem Rechnung zu tragen, haben Praktika aller Art immer Vorrang vor schulischem Unterricht. Wie viele Tage SchülerInnen im Betriebspraktikum verbringen hängt letztendlich von den individuellen Voraussetzungen und dem Entwicklungsstand des Einzelnen sowie von betrieblichen Rahmenbedingungen ab.

Damit auch während längerer Praktikumszeiträume in jedem Fall eine optimale Förderung der TeilnehmerInnen unserer Berufsvorbereitenden Einrichtung gewährleistet ist, werden die Praktika von unseren BVE-Lehrkräften intensiv betreut und in regelmäßigen zeitlichen Abständen gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen reflektiert, gegebenenfalls auch im Betrieb.

Darüber hinaus ist eine Begleitung und Beratung der Betriebe in Bezug auf die Praktikanten und die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes notwendig.

Dies hat in der Konsequenz zur Folge, dass die Lern- und Arbeitszeiten sich in der Berufsvorbereitenden Einrichtung hauptsächlich an der jeweiligen Auftrags- bzw. Praktikumssituation und erst nachrangig an schulischen Vorgaben und Vorhaben orientieren. Dies erfordert von allen Beteiligten Flexibilität, auch in den Ferien.

Im Stundenplan unserer Berufsvorbereitenden Einrichtung sind mindestens zwei Tage pro Woche für Praktika eingeplant. An diesen Tagen (voraussichtlich Montag und Dienstag) sind die SchülerInnen den ganzen Tag im Betrieb tätig. Die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, die für diese Tage zeitweise keinen Praktikumsplatz haben, werden in der Schülerfirma eingesetzt.

In den Praktika sollen die SchülerInnen herausfinden, welche Fähigkeiten und Interessen sie haben, was sie können und worauf es in den verschiedenen beruflichen Tätigkeiten ankommt. Durch individuelle Förderung und Anleitung sollen die SchülerInnen ihre Kompetenz in Bezug auf einen möglichen Arbeitsplatz ausbauen.

Die betrieblichen Praktika werden im Unterricht vorbereitet, ausgewertet und reflektiert. Bewerbungen, adäquates Auftreten und Umgangsformen können geübt werden,  ebenso möchten wir die Wichtigkeit des Erscheinungsbildes vermitteln.

Es werden Betriebserkundungen, Schnupperpraktika und verschiedenste Betriebspraktika im Rahmen des allgemeinen Arbeitsmarktes durchgeführt.

Bei der Suche nach Praktikumsplätzen werden die Lehrkräfte von der Schulleitung, dem Kollegium aber auch den Eltern der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen unterstützt. Hierbei spielt ein gutvernetzter Austausch zwischen Betrieben, Behörden, Eltern und Schule eine wichtige Rolle.

 

Verschiedenste Praktika werden entsprechend der individuellen Fähigkeiten der Schüler/innen angeboten:

-          Im Dienstleistungsbereich (Wäscherei, Restaurant, Bauhof, Seniorenheim, Hotel)

-          Produktionsbereich

-          Handwerksbetriebe

-          Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

-          …

 

Tages- und Wochenpraktika dienen einer ersten Orientierung. Sie sollen den SchülerInnen helfen, ihre Stärken und Schwächen herauszufinden, Interessen zu bilden bzw. zu erkennen und die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes kennen zu lernen.

Idealerweise entwickeln sich daraus mit der Zeit mehrtätige Praktika oder Langzeitpraktika, in denen schließlich unter realen Bedingungen mehrere Wochen lang eine Tätigkeit ausgeführt wird.

 Für alle Praktika wird ein Praktikumsvertrag erstellt. Dabei werden in der BVE kürzere (einmal pro Woche bzw. zweiwöchige) Orientierungspraktika und längerfristige (zweimal pro Woche bzw. mehrwöchige) Erprobungspraktika unterschieden.

Es gibt für beide Arten je ein eigenes Vertragsformular. Grund dafür ist, dass der Vertrag für ein Orientierungspraktikum zwischen der Praktikumsstelle und der Schule, der Vertrag für das Erprobungspraktikum dagegen zwischen Praktikumsstelle und BVE-TeilnehmerIn abgeschlossen wird. Damit soll dem höheren Stellenwert des Erprobungspraktikums Rechnung getragen werden.

Es ist möglich, dass ein BVE-Teilnehmer/ eine BVE-Teilnehmerin parallel an zwei Praktikumsstellen tätig ist und daher mehrere Verträge abgeschlossen hat.

In den Verträgen werden die Praktikumsstellen immer dazu verpflichtet, am Ende des Praktikums eine Praktikumsbeurteilung zu verfassen, in der die Tätigkeiten, die Leistungen aber auch die Schwierigkeiten der PraktikantInnen aufgeführt und bewertet werden.

Diese Praktikumsbeurteilung durch den Betrieb ist, zusammen mit einer vom Praktikanten/ von der Praktikantin ausgefüllten Selbsteinschätzung des Praktikums, Grundlage für das Reflexionsgespräch in der Schule.

Für beide Gruppen - Betrieb und PraktikantInnen - gibt es einen entsprechenden Beurteilungsbogen.

 

4.3.3.     Die Berufswege- und Zukunftskonferenzen

In der Berufsvorbereitenden Einrichtung wird ein Mal im Jahr eine sogenannte Berufswegekonferenz (BWK) durchgeführt. Diese ist in ihrer grundlegenden Struktur mit den Lernwegekonferenzen der Grund-, Haupt- und Berufsschulstufe vergleichbar.

Jeder BVE-Teilnehmer / jede BVE-Teilnehmerin hat seine eigene Berufswegekonferenz, wobei durchaus mehrere Berufswegekonferenzen an einem Tag angesetzt werden können.

Die Berufswegekonferenzen finden gegen Ende des Schuljahres (etwa Mai / Juni) sowie bei Bedarf statt. Dazu lädt die Stufenleitung der Berufsschulstufe / BVE neben dem BVE-Teilnehmer / der BVE-Teilnehmerin und den Eltern bzw. dem Betreuer auch die zuständigen Ansprechpersonen des Amts für Versorgung und Rehabilitation (z. Zt. Fr. Lang) sowie des Integrationsfachdienstes (z. Zt. Fr. Fischbach) zu dem Termin ein. Nach Bedarf nimmt die Schulleitung ebenfalls an dem Treffen teil.

Steht für einen BVE-Teilnehmer / eine BVE-Teilnehmerin evtl. ein Wechsel in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) an, so ist zusätzlich die Ansprechperson der Agentur für Arbeit (z. Zt. Fr. Speck) einzuladen. In jedem Fall wird diese Ansprechperson durch Weiterleitung des Protokolls über den Verlauf der Berufswegekonferenz informiert.

In der Berufswegekonferenz werden zunächst die beruflichen Wünsche und Neigungen geklärt, Praktikumserfahrungen und daraus entstehender Möglichkeiten etc. der jungen Erwachsenen thematisiert die beruflichen Perspektiven weiterentwickelt und wesentliche Entscheidungen zur Teilhabe am Arbeitsleben geplant, vorbereitet, begleitet und ausgewertet.

Verbindliche Grundlage für die Bewertung von arbeitsmarkt- und teilhaberelevanten Fähigkeiten der BVE-TeilnehmerInnen sind das Schülerportfolio (u. a. mit Praktikumsbescheinigungen und -bewertungen) und das Kompetenzinventar.

Es ist gewünscht, dass die SchülerInnen der Berufsvorbereitenden Einrichtung in der Berufswegekonferenz entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten einbezogen und beteiligt werden.

Die Berufswegekonferenzen werden von schulischer Seite in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zur Planung und Vorbereitung des eigenen Lebens- und Berufsweges durchgeführt. In diesen individuellen, offenen Beratungsgesprächen werden Neigungen und Fähigkeiten der SchülerInnen angesprochen und Fördermöglichkeiten benannt.

Für die Jugendlichen ist es wichtig, ein realistisches Bild von den eigenen Schwächen und Stärken zu erhalten. Dabei bleibt eine Auseinandersetzung mit der Behinderung des jungen Erwachsenen nicht aus, die beinhaltet persönliche Grenzen zu akzeptieren.

Die gute Zusammenarbeit von Schule und Familie soll dazu beitragen, die SchülerInnen zu größerer Selbstständigkeit zu führen und sie zudem in das nachschulische Leben und die mögliche Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt bzw. unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes zu begleiten. Dabei wird für jede Schülerin bzw. jeden Schüler gemeinsam mit allen Beteiligten (z. B. IFD, Job-Coach, Agentur für Arbeit) eine individuelle Zukunftsplanung erstellt, die sowohl im Unterricht als auch in den Betriebspraktika und (möglichst) zu Hause ihre Umsetzung findet.

Neben dem Elternhaus kommt gerade im Zusammenhang der Berufsvorbereitenden Einrichtung der Kooperation mit außerschulischen Partnern eine wichtige Bedeutung zu. Diese Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend intensiviert und führt zu einer besseren sowie konstanteren Begleitung und Anleitung der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen.

Recht frühzeitig nach der Aufnahme in die Berufsvorbereitende Einrichtung setzt die Stufenleitung der Berufsschulstufe / BVE für jeden Teilnehmer / jeder Teilnehmerin eine Zukunftskonferenz an. Dazu werden neben dem Schüler / der Schülerin und den Eltern bzw. dem Betreuer, den zuständigen Ansprechperson des Amts für Versorgung und Rehabilitation (z. Zt. Fr. Lang) sowie des Integrationsfachdienstes (z. Zt. Fr. Fischbach) auch vom Schüler / von der Schülerin benannte Freunde und Bekannte eingeladen.

Für die Zukunftskonferenz ist zunächst ein Termin angedacht.

Im Rahmen dieses ersten Treffens äußert der Schüler / die Schülerin seine / ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen im Hinblick auf die Themen „Arbeit“, „Wohnen“, „Partnerschaft“ etc. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden diese Ideen und Anliegen reflektiert und auf ihre „reelle Machbarkeit“ hin überprüft. Es werden notwendige Entwicklungen bzw. Förderbedarfe benannt und die zur Erreichung der benannten Ziele anstehenden Schritte geplant.

Ziel der Zukunftskonferenz ist es, ein soziales Netzwerk einzurichten, das den Schüler / die Schülerin dabei unterstützt, Lebensziele zu verwirklichen. Je nach Bedarf und Situation des Schülers / der Schülerin finden weitere Zukunftskonferenzen statt.

Sowohl die Berufswegekonferenz als auch die Zukunftskonferenz werden mittels eines Ergebnisprotokolls dokumentiert. Dieses wird von der Stufenleitung der Berufsschulstufe bzw. einer Vertretung verfasst und an alle Beteiligten weitergeleitet.

Die Berufs- wie auch die Zukunftskonferenzen finden in den Räumlichkeiten der Eduard-Spranger-Schule statt. In dem dafür vorgesehen Raum wird auf eine angenehme Gesprächsatmosphäre (u. a. runder Tisch, Getränke) geachtet.

 

4.3.4.     Die Freizeit-AG

Freizeit ist ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Teil des Lebens. Um den SchülerInnen Freizeitmöglichkeiten vorzustellen und möglich zu machen, werden daher unter Mitbestimmung der Jugendlichen altersgemäße Freizeitangebote ausgewählt, z. B: Kino, kulturelle und integrative Angebote am Abend.

Diese Freizeitaktivitäten stehen sowohl den SchülerInnen der Berufsschulstufe als auch der Berufsvorbereitenden Einrichtung offen und werden außerhalb der Unterrichtszeiten von Lehrkräften angeboten.

 

5. Methodik und Didaktik

Für die Berufsvorbereitende Einrichtung gilt die allgemeine Didaktik der Schule für Geistigbehinderte, wie sie auch in der Grund-, Haupt- und Berufsschulstufe praktiziert wird. Ergänzend fließen Aspekte der allgemeinen Didaktik der Förderschule in die Arbeit hinein.

Es gibt jedoch für die Berufsschulstufe und die Berufsvorbereitende Einrichtung im Allgemeinen wie auch für einzelne ihrer Handlungsfelder und Themen im Besonderen einige spezifische Aspekte bzw. Aspekte, die im Vergleich zu den anderen Stufen in dieser Phase stärker gewichtet werden.

Um der besonderen Situation der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen angemessen Rechnung zu tragen, ist die Arbeit in dieser Stufe durch eindeutige Orientierungshilfen und eine erwachsenengemäße Pädagogik geprägt.

Die Arbeit in der Berufsvorbereitenden Einrichtung setzt, wie auch in der Berufsschulstufe, die Bereitschaft der Lehrkräfte und MitarbeiterInnen voraus, in den Jugendlichen junge Erwachsene zu sehen, auch wenn diese noch kindliche Verhaltensweisen zeigen. Es ist wichtig, den SchülerInnen als jungen Erwachsenen eine entsprechende Wertschätzung entgegenzubringen und zu vermitteln.

Die Unterrichtsplanung und -gestaltung der Berufsvorbereitenden Einrichtung soll die Selbstständigkeit, Kooperationsfähigkeit und Eigenverantwortung der SchülerInnen fördern bzw. unterstützen.

-          Die SchülerInnen sollen so weit wie möglich an der Themenfindung/-auswahl, der Planung und Reflexion von
           Unterrichtsinhalten beteiligt sein.

-          Es gibt im Unterricht ein Angebot von Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten, z. B. im Rahmen einer Lerntheke,
           beim Einteilen der Klassendienste, beim Auswählen einer Arbeit etc.

-          Die SchülerInnen übernehmen Verantwortung für ausgewählte Aktivitäten (z. B. bei den Klassendiensten, beim
           Kochen etc.), erfahren Konsequenzen des eigenen Handelns und lernen damit umzugehen.

-          Alltägliche Anlässe werden für das Mobilitätstraining, angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit und ein
           gutes Miteinander genutzt.

-          Dabei ist es wichtig, dass die SchülerInnen erfahren, dass gewisse Verhaltensweisen Konsequenzen mit sich
           bringen bzw. Folgen haben.

-          Lerngänge und außerschulische Lernorte sollten ein fester Bestandteil des Unterrichts sein, um den SchülerInnen
           möglichst authentische Lernsituationen zu bieten.

-          In gemeinsamen Gesprächen wie auch im Alltag bekommen die SchülerInnen Raum mitzureden, mit zu
           entscheiden und eigene Bedürfnisse, Interessen und Ideen einzubringen.

-          Die SchülerInnen sollen zu einem selbstbestimmten und selbstrealistischen Arbeiten / Tun hingeführt werden.
           Dabei ist es notwendig…

  1. … von ihren Interessen auszugehen.
  2. …ihre Erfahrungen aufzugreifen.
  3. …das Ziel und den Nutzen transparent zu machen.
  4. …die Planung und Durchführung eines Unterrichtsvorhabens für ihre Ideen und Möglichkeiten zu öffnen.
  5. …das Ziel im gemeinsamen Handeln zu verwirklichen.

Dazu eignen sich v. a. fächerübergreifende, themenorientierte Projekte und Arbeitsweisen.

-          Die SchülerInnen sollen lernen, sich selbst zu helfen:

  1. MitschülerInnen um Hilfe bitten und dafür in anderen Situationen anderen als „Helfer“ oder „Experte“ zur Verfügung zu stehen.
  2. Orientierungshilfen kennen (z. B. Wörterbuch, Lexikon, Telefonbuch, Katalog, Internet)

-          Reflexionsgespräche sind fester Bestandteil des Unterrichts. So lernen sie sich selbst bzw. ihre Arbeit zu r
           reflektieren, sich und andere einzuschätzen und mit Kritik konstruktiv umzugehen. Für diese Reflexionen gibt es
           eine Vielzahl an Umsetzungsmöglichkeiten:

  1. Praktika
  2. Gesprächskreise im Rahmen des Unterrichts
  3. Verfassen von Praktikumsberichten
  4. Führen eines Trainingswohnungstagebuchs
  5. Gemeinsames Ausfüllen bzw. Ergänzen einer Kompetenzanalyse

-          …

-          Eine realistische Selbstwahrnehmung, das Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen ist besonders (aber
           keinesfalls ausschließlich!) für die berufsorientierte Diagnostik wichtig. Dabei geht es u. a. um die Fragen „Was
           kann ich besonders gut?“, „Zu welchem Berufsfeld passt das?“ und „Wo kann ich mir vorstellen zu arbeiten?“

-          Die SchülerInnen sollen möglichst vielfältige Eindrücke aus den verschiedensten Arbeitsfeldern (z. B. Küche,
           Pflege, Bauhof, Verkauf, Lager, Produktion & Montage) sammeln. Erst auf der Basis solcher Erfahrungen ist es
           den SchülerInnen möglich, sich realistisch für einen Tätigkeitsbereich bzw. eine Arbeitsstelle zu entscheiden und
           für diese dann Engagement und Motivation aufzubringen.

 

In der Berufsvorbereitenden Einrichtung sind die beiden Schlagworte „Training on the Job.“ sowie „Erst platzieren, dann qualifizieren.“ so etwas wie Programm. Sie machen deutlich, dass die Erfahrungen, die die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen im Rahmen der Betriebspraktika machen, wesentlich sind. Dies ist so, weil sie aus der Tätigkeit zusammen mit den positiven Erfahrungen, der Bestätigung durch den Vorgesetzten/die Vorgesetzte etc. erst die notwendige Motivation und das entsprechende Engagement frei setzen, die dann dem Einzelnen/der Einzelnen die Chance auf einen Arbeitsplatz eröffnet. Sie beinhalten zudem, dass es in der Berufsvorbereitenden Einrichtung in Verbindung mit der KoBV darum geht, die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen auf die Anforderungen eines konkreten Arbeitsplatzes angemessen vorzubereiten, damit sie genau diesen Anforderungen gerecht werden können und sich ihnen eine langfristige Beschäftigungsmöglichkeit eröffnet.

 

Die Lehrkräfte unserer Berufsvorbereitenden Einrichtung sehen sich als Unterstützer der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. Sie begleiten diese bei ihrer Entwicklung hin zu eigenverantwortlichem Handeln und setzen sich für ihre beruflichen Fortschritte ein.

Kategorie: Das sind wir
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