An dieser Stelle konnten Sie bisher und können Sie noch immer Daten und Fakten zu Eduard Spranger, dem Namensgeber unserer Schule lesen.

Eine augenfällige Lücke wies der Text jedoch stets für die Zeit zwischen 1930 und 1945 auf.

Spätestens mit der Veröffentlichung des Erziehungswissenschaftlers Benjamin Ortmeyer „Mythos und Pathos statt Logos und Ethos“ 2009, wurde diese „biographische Lücke“ zum unhaltbaren Versäumnis.
Die sie füllenden Belege, Zitate und Informationen veranlassten die Schule, sich mit der Eignung Eduard Sprangers als Namensgeber intensiv auseinander zu setzen.

Der Abschluss der mehrjährigen Arbeit am Leitbild der Schule (siehe nebenstehend "Das sind wir" - "Leitbild"), in welchem die Grundwerte ihres pädagogischen Handelns zum Ausdruck kommen, schien uns der geeignete Zeitpunkt, um diese immer klarer zutage tretenden Widersprüche zu klären.

Nach eingehender Diskussion kamen sowohl die Gesamtlehrerkonferenz als auch die Schulkonferenz zu dem eindeutigen Schluss, beim Träger der Schule einen Antrag auf Namensänderung zu stellen.


Dieses Verfahren wurde im September 2019 mit Schreiben an den Landrat des Landkreises Karlsruhe  in die Wege geleitet.

Zur Veranschaulichung unserer Entscheidungsfindung und unseres Entschlusses sei hier eine Auswahl belegter Zitate Eduard Sprangers angeführt.

Sie sprechen für sich.


Zitate Eduard Spranger

„Der Weg zum Herrschen führt nur über das Gehorchen, und der Weg zum Selbstgehorsam führt in der Entwicklung des individuellen Geistes nur über den Fremdgehorsam.“ (Lebensformen, 1914/1921, S.197) 97


„Der Krieger, der das Dasein opfert, tut es nicht um des Krieges und des bloßen Opfers willen, sondern: `Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen´.“ (Volk, Staat, Erziehung, 1932, S.112) 101/102


„Blut, Arbeit, Ordnung, Gläubigkeit. Der Volkszusammenhang wurzelt im Blut: nur wo gesunde Kinder geboren werden und geboren werden können, hat das Volk eine Zukunft. Diese Naturgrundlage kann durch keine noch so hohe Geistigkeit ersetzt werden. Der Mensch muss den Wille haben – nicht nur, dass irgendwer den Heimatboden besiedle, sondern dass es sein Blut und damit sein Geist sei, der sich in der Welt fortpflanze.“ (Volkskenntnis, Volksbildung, Volkseinheit, 1930, S.138 in Volk, Staat, Erziehung) 102


„Religiös und sittlich unterbaut ist auch der Wille zur Volkswerdung (denn ein Volk in diesem erstrebten höchsten Sinne waren wir noch nie!), der aus den Kriegserlebnissen zur Kraft geworden ist und der den großen positiven Kern der nationalsozialistischen Bewegung ausmacht, mag er heute auch für manche durch die bloß negative Seite eines übersteigerten Antisemitismus verdeckt werden.“  (Spranger: März 1933, 1933, S.403, Hervorhebungen im Original) 175


„Wer wollte es uns verdenken, wenn wir bei einem Blick auf unsere Grenzen, auf unsere gewaltsam klein gehaltene Wehrmacht, auf manchen Eingriff von Nachbarvölkern in unser elementarstes Lebensrecht als Volk den Krieg nicht nur als Vergangenheit sehen, sondern die Notwendigkeit eines zweiten Aufbruches zur Verteidigung aus der gespannten Weltlage heraus vorfühlen müssen?“ (Spranger: März 1933, 1933, S.404) 176


„Einen Deutschen jedenfalls, der nicht ehrlich `Ja´ sagte zu dem Aufruf des Volkskanzlers und damit eine Absage erteilte an die Knechtung, die man aufs Neue über uns verhängt, wird es nicht geben. Das ist der endgültige Glaube, der in uns lebendig ist: nur mit Deutschland kann die Welt genesen.“ (Spranger: Politik aus dem Glauben, 1933, S.2) 180

 

„Nach dem Weltkrieg erlebten wir wieder eine solche Epoche der Erschlaffung und der individualistischen Zersplitterung. Der Nationalsozialismus, die Bewegung Adolf Hitlers, ruft uns zu den alten Werten preußischen Dienstes an der Gesamtheit zurück.“ (Spranger: Land und Volk, 1937, S.32 f.) 188


„Die schönste Errungenschaft der nationalsozialistischen Bewegung ist die Entstehung eines tieferen Gemeinschaftsbewusstseins im Volke.“ (Land und Volk, 1937; S. 34) 189


„`Die Jugend gehört dem Staat´ - das ist das neue Prinzip, das seit vier Jahren durchgeführt worden ist.“ (s.o. S.34, 1937) 189


„Die Wiederbelebung des Volkes in Wirklichkeit und Denken erfolgt jetzt unter dem Zeichen der jungen Wissenschaft vom Leben. Man kennt schon einige Vererbungsgesetze. Man kennt also einige Wege zur Sicherung eines gesunden und – wenn nötig – zur Ausmerzung eines kranken Nachwuchses. Maßnahmen zur Eugenik werden ausgebildet. Dies alles aber geschieht nicht mehr im Interesse der einzelnen oder einzelner Familien, sondern vom Boden des Volkes als einer Lebenseinheit aus." (Spranger: Kulturprobleme, 1938, S.9) 190;  wiederveröffentlicht 1941;


In seinem Aufsatz „Zur Geschichte der Schulpflicht“ betont Spranger, dass nun „die Schulpflicht die Erziehung und Unterweisung der deutschen Jugend im Geiste des Nationalsozialismus sichere.“ Und folgert, dass damit „ein langes Ringen siegreich zu Ende geführt“ wurde. (Spranger: Schulpflicht, 1938, S. 476) 193


„Wir vereinigen uns hier in unserer kleinen Gemeinde nicht als Sekte, sondern als Glieder unseres Volkes. Als solche gedenken wir in Dank und Bewunderung der Führung des deutschen Reiches und der Wehrmacht, mit der unsere Herzen Tag für Tag zusammenschlagen.“ (Spranger: Pestalozzi-Fröbel-Haus, 1940, S. 4) 201


„Wir Deutschen erheben heute unser Haupt stolzer. Krieg und Sieg erinnern uns täglich an unser Deutschtum. (…) Wir führen einen Krieg um deutsche Art, Gesittung und Kultur.“ (Spranger: Energiequellen, 1941, S. 202) 202

(entnommen: Ortmeyer, B.: Mythos und Pathos statt Logos und Ethos, Weinheim und Basel 2009)

 

Der Schulname

Eduard-Spranger-Schule… Wer war eigentlich dieser Mann, nach dem unsere Schule benannt wurde? Mit welchen Themen hat er sich beschäftigt?

Eduard Spranger (geb. 27. Juni 1882 in Lichterfelde, gest. 17. September 1963 in Tübingen) hat an der Berliner Universität studiert. Nach dem Studium lehrte er zunächst für einige Jahre an der Universität in Leipzig, bevor er 1920 als Professor der Philosophie an die Berliner Humboldt Universität zurückkehrte. In den Wirren der Nachkriegszeit führte Spranger für einige Zeit den Vorsitz im Ausschuss für Wissenschaften und Hochschulen. Nach kurzer Zeit legte er dieses Amt jedoch auf Grund eines Konflikts mit den Sowjetbehörden nieder und übernahm eine Professur an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Spranger widmete sich vor allem den Bereichen der Kultur, der Pädagogik und der Psychologie. Er zählt zu den Klassikern der Berufspädagogik und hat bedeutende Beiträge zu ihrer Theorie geleistet.

In Anlehnung an Wilhelm Dilthey entwickelte er einen Katalog menschlicher „Lebensformen“, deren Grundtypen er auch in den Phasen der menschlichen Entwicklung sichtbar machte.
Spranger hat sich viel mit Wilhelm von Humboldt und dessen Arbeiten beschäftigt. So setzte er sich u. a. auch mit der Frage nach dem Verhältnis von Allgemein- und Berufsbildung auseinander und entwickelte die „Drei-Stufen-Theorie“. In der Tradition von Humboldt fasst Spranger die Pädagogik als eine Geisteswissenschaft auf, wandte daher eher hermeneutische als naturwissenschaftliche Methoden bei der pädagogischen Analyse an.

In seinen psychologischen Hauptwerken von 1914 bzw. 1924 entwickelte Spranger die Vorstellung, dass Psychologie, Soziologie und Pädagogik eng zusammenarbeiten und ineinander greifen sollten.

Spranger war ein aktives Mitglied der Deutschen Philosophischen Gesellschaft und einer der Herausgeber der Zeitschrift „Die Erziehung“, die von 1925 bis 1943 erschienen war. Diese Fachzeitschrift der Erziehungswissenschaft war geprägt von geisteswissenschaftlicher Pädagogik und Reformpädagogik. Die Zeitschrift wurde eingestellt, als Spranger und der Verlag eine Zusammenlegung mit den Zeitschriften „Nationalsozialistisches Bildungswesen“ und „Weltanschauung und Schule“ verweigerten. In den Jahren von 1934 bis 1944 war Spranger Mitglied der Berliner Mittwochsgesellschaft.


Seine Schriften

  • Die Grundlagen der Geisteswissenschaft. Eine erkenntnistheoretisch-psychologische Untersuchung. Berlin 1905.
  • Wilhelm von Humboldt und die Humanitätsidee. Berlin 1909.
  • Wilhelm von Humbold und die Neubegründung des humanistischen Bildungswesens. 1910.
  • Lebensformen. Geisteswissenschaftliche Psychologie und Ethik der Persönlichkeit. Halle 1914.
  • Kultur und Erziehung. Gesammelte Pädagogische Aufsätze. Leipzig 1919.
  • Psychologie des Jugendalters. Leipzig 1924.
  • Volk, Staat und Erziehung. Gesammelte Reden und Aufsätze. Leipzig 1932.
  • Goethes Weltanschauung. Leipzig 1933.
  • Schillers Geistesart, gespiegelt in seinen philosophischen Schriften und Gedichten. Berlin 1941.
  • Die Magie der Seele. Religionsphilosophische Vorspiele. Verlin 1947.
  • Pestalozzis Denkformen. Stuttgart 1947.
  • Goetes Weltanschauung. Reden und Aufsätze. Leipzig 1949.
  • Zur Geschichte der deutschen Volksschule. Heidelberg 1951.
  • Aus Friedrich Fröbels Gedankenwelt. Heidelberg 1951.
  • Pädagogische Perspektiven. Beiträge zu Erziehungsfragen der Gegenwart. Heidelberg 1951.
  • Kulturfragen der Gegenwart. Heidelberg 1953.
  • Gedanken zur Daseinsgestaltung (aus Vorträgen, Abhandlungen und Schriften). München, 1954.
  • Der geborene Erzieher. Heidelberg 1958.
  • Der Philosoph von Sanssouci. Heidelberg 1962.
  • Das Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung. Heidelberg 1962. Menschenleben und Menschheitsfragen. Gesammelte Rundfunkreden. München 1963.


Entstehung der Schule

Die Schule wurde im März des Jahres 1971 in den Räumlichkeiten der Grundschule Gölshausen als Schule für Bildungsschwache Kinder und Jugendliche eingerichtet...

(Seite ist noch in Bearbeitung)


Entwicklung der Schülerzahlen

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Kategorie: Geschichtliches
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